Dienstag, 20. März 2018

Review - Verschwörung

Ich habe die Millennium-Trilogie von Stieg Larsson mit sehr großer Begeisterung letztes Jahr gelesen. Mikael und Lisbeth gehören mittlerweile mit zu meinen liebsten literarischen Charakteren. Leider verstarb Stieg Larsson kurz nachdem er die drei Bücher beendet hatte, obwohl noch mehr geplant war. Entgegen den Willen von seiner langjährigen Partnerin wurde im Namen der Larsson-Familie jemand gesucht, der die Geschichte von Mikael und Lisbeth weiterführen sollte. Ich gebe zu, dass ich misstrauisch war. David Lagerncrantz ist kein Stieg Larsson. Aber ich mag diese Charaktere einfach zu sehr, als nicht auch das nächste Buch zu lesen, was von ihnen handelt. Also: wie hat David Lagerncrantz das Vermächtnis von Stieg Larsson weitergeführt? 


Ich weiß auch nicht... Das Buch ist nicht wirklich toll, es ist aber auch nicht absolut furchtbar. Es ist einfach nur "meh". Was wahrscheinlich fast noch schlimmer ist.

Der Schreibstil von Lagercrantz, muss ich sagen, hat mich teilweise schon an Larsson erinnert, mit dem langsamen Storyaufbau und den vielen (teilweise unnötigen) Details, man konnte da schon so einen Larsson Unterton spüren, mehr aber auch nicht.

Die Story fängt langsam an, sehr langsam. Was ich aber von Larsson gewohnt war, weswegen ich dachte die Story wird schon noch Fahrt aufnehmen. Aber nein. Die Story hat interessante Ansätze und sogar teilweise interessante Charaktere und die Basics sind da, aber... Die ganze Zeit im letzten Drittel hab ich auf den Showdown, auf das spannende Finale, auf ein spannendes Ereignis gewartet, aber nein. Nichts, rein gar nichts. Das Buch plätschert so vor sich hin und hört dann auf und ich sitze da und denke "Wo ist die Spannung?!" Ich muss anmerken, dass es mir mit Larssons Büchern (bis auf's erste) ähnlich ging, aber da gab es am Ende wenigstens immer erkennbare Höhepunkte und Showdowns, aber bei Lagercrantz? Nicht wirklich. Und wow, dieser aller letzte Satz...What the hell is that supposed to be?!

Die Charaktere sind oberflächlich okay, Mikael und Lisbeth scheinen so zu sein wie wir sie kennen. Aber irgendwie nicht ganz. Mikael ist irgendwie nicht so charismatisch und investigativ wie man es gewohnt ist. Und Lisbeth wird irgendwie fast nur auf ihre Faszination für Mathe in diesem Buch reduziert. (Ich hab's verstanden, Lagercrantz! Du hast die anderen Bücher gelesen!) Irgendwie hat da dieser übliche Charm gefehlt. Weil bei Larsson hat mich eine etwas langweiligere Story nicht so gestört, weil die Charaktere so toll waren und die Story tragen konnten. Aber Lagercrantz schafft das nicht ganz. Ja, Mikael und Lisbeth sind da, aber sie machen nicht viel, oder benehmen sich nicht so wie man es gewohnt ist. Weiß nicht, irgendwas hat da was gefehlt.

Der "Antagonist". Holy shit! Ist nicht dein ernst, oder? Wir machen wirklich die Psychopathen-Routine? Wirklich?! Das klingt wie aus einem schlechten Action Film. Und dann bekommen wir nicht mal allzu viel von ihr mit oder warum, wie, was überhaupt richtig mit ihr abläuft. Aber sie taucht trotzdem jetzt einfach in diesem Buch aus dem Nichts auf und ist unser böser Psychopath. Nein, einfach nein. Lagercrantz, das kauf ich dir nicht ab. Das ist einfach bloß dämlich, und ich konnte nicht ernsthaft glauben, dass du mit so was ankommst.

Alles in allem, ich fand das Buch nicht mega schlecht, aber so richtig gefallen wollte es mir auch nicht. Ich werde den nächsten band von Lagercrantz mal ansehen, einfach weil ich Hoffnung habe, dass er gelernt hat etwas besser mit den Charakteren und der Story umzugehen. Aber hier hat es einfach nur zu einem langweiligen Plot geführt, der eine gute Basis hatte, aber nur so vor sich hinplätschert, zusammen mit Charakteren, die sich alle entweder nervig anfühlen, oder so, als würde ihnen irgendwas wichtiges fehlen.
 


Wertung: 2 von 5 Sternen

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