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Dienstag, 20. März 2018

Review - Die Götter von Asgard

Nach nicht einmal 24h Stunden habe ich dieses Buch durchgelesen. Ich muss ja zugeben, dass ich mit einer Mischung aus Hype und Zweifel dieses Buch gelesen hab. Hype, weil ich eben die Autorin von YouTube kenne, großer Fan von ihr bin und sie auch auf der Buchmesse kurz habe treffen dürfen. Da ist man natürlich schon gespannt. Aber ich hatte eben auch etwas gesunden Zweifel, eben weil ich nicht wollte, dass mein Hype für die Autorin meine Meinung zum Buch beeinflusst. Und jetzt kann ich sagen, dass mich das Buch zwar nicht mega begeistert hat, es aber dennoch eine angenehme Lese-Erfahrung war. Und normalerweise bin ja nicht der große Review-Schreiber, aber eben, weil ich so gespannt auf dieses Buch war, habe ich mich zu einer ausführlicheren Rezension hinreißen lassen.



Die Story
In diesem Buch geht es um die Studentin Ray, die an einem miesen Tag von der hübschen Kára getröstet wird. Diese offenbart, dass Ray die Heldin einer Prophezeiung ist und angeblich durch den Tod eines Eisriesen das Ende der bekannten Götterwelt herbeibringen wird. Natürlich gerät Ray zwischen die Fronten und trifft auf Götter wie Loki, Thor und Tyr und sie weiß nicht, wem sie trauen kann und was in dieser nordischen Sagenwelt alles auf sie wartet. 

Im Grunde eine interessante und solide Story, das kann man auf jeden Fall sagen. Ich mag, dass hier mit diesem Prophecy Thema gespielt wird, das passt sehr gut zu dieser Art Setting und gibt auch eine gute Struktur für den Verlauf vor. 

Man muss sagen, dass die Story sehr schnell verläuft, und man das Buch eben auch relativ fix durchliest. Das liegt zu einem an dem angenehmen Schreibstil, aber auch daran, dass eben die Charaktere selbst auch schnell vorankommen. Man bleibt nie irgendwie allzu lang an einem Ort. Ein Kapitel Berlin, nächstes Asgard, nächstes Gefängnis, dann sind wir schon wieder aus dem Gefängnis, wieder in den Wald usw. Das sorgt dafür, dass man eben wissen will, was passiert, man geht mit den Helden (wortwörtlich) mit und will wissen, was ihnen denn an diesen Orten passieren wird. Allerdings hätte ich mir vielleicht manchmal gewünscht an einem Ort wenigstens etwas länger zu bleiben, um etwas Spannung oder ein Gefühl für das Setting zu bekommen. 

Hin und wieder muss ich sagen, war ich über manche Sachen verdutzt, die passierten, oder erklärt worden, weil ich nicht ganz sicher war, ob ich die jetzt richtig verstanden hatte. 
Zum Beispiel wurde mehrmals hervorgehoben, dass die Grenzen zwischen den Welten versperrt bzw. überwacht werden und das Reisen zwischen den Welten von Odin verboten wurde und daher quasi untersagt ist. Und trotzdem reisen Ray und ihre göttlichen Kumpanen von Midgard nach Asgard uns sonst wohin und ich denk mir "Moment! Ich denke da war was mit Grenzen? Oder gilt das nicht für Götter? Aber Kára z.b. ist ja eine Walküre...?" Ja, da war ich mir manchmal nicht sicher wie ich das zu verstehen hatte. 

Auch bei der Prophezeiung gab's manchmal Ungereimtheiten. Nicht, was die Prophezeiung an sich ist und bedeutet, das ist klar, was ich sehr begrüße. Aber einfach, was so die Reaktionen bzw. Umgehen von den Göttern mit dieser Prophezeiung angeht. Odin ist wütend, weil die Nornen einen goldenen Faden zugelassen haben, also hätte man das verhindern können? Die Nornen sagen dann, dass sie nichts machen konnten, der Faden ist einfach aufgetaucht. Also was jetzt? Wie hätten sie das denn dann aufhalten sollen, wenn es Schicksal ist und nicht beeinflusst werden konnte? Außerdem sagt Odin später, dass die Heldin nur durch seine Hand oder das Schicksal sterben darf. Zuerst schickt er einen Gott, um Ray zu holen, aber als er dann den zweiten Gott schickt, soll der Ray gleich umbringen! What?! Ich denke es gibt Regeln? Ja, manchmal hat es mich einfach ein wenig irritiert wie da genauere Regeln in der Götterwelt gehandelt worden.

Aber man muss trotzdem sagen, dass diese kleinen Ungereimtheiten die Story nicht im Großen und Ganzen stören. Die Story hat einen guten Flow, es gibt ein paar Überraschungen und eine interessante Reise und es ist alles größtenteils logisch wie es abläuft. Vielleicht hätte ich mir für das Ende noch etwas mehr gewünscht bei der Klimax, aber es war in Ordnung und die Story zu einem runden Ende gebracht. Was ich von dem Epilog halten soll weiß ich nicht wirklich... Da ich jetzt weiß, dass es kein direktes Sequel, sondern nur Prequel geben wird, frag ich mich, was genau dieser Epilog dann sollte, wenn wir darauf keine Antwort bekommen. Aber ich habe Hoffnung, dass da irgendwann noch was kommen wird, und bis dahin gibt das wenigstens genug Stoff für die Leser zum nachdenken.

Die Charaktere
Ray ist unsere Protagonistin, und sie ist das klassische Bild unseres ungewollten Held, der in eine fremde Welt geworfen wird, und sich plötzlich mit seltsamen Figuren konfrontiert sieht. An sich hat mir Ray ganz gut gefallen, man kann sich in ihre Situation gut hineinversetzen und verhält sich größtenteils so wie man es glaube ich von so einer Situation nur erwarten kann. Ich hätte mir gern noch etwas mehr Aktion von Ray innerhalb der Story gewünscht. Sehr oft wird sie eben nur von den Göttern "umhergezogen" und von einem Ort zum anderen gebracht, da mal gerettet, hier mal ausgeholfen. Sie hat durchaus ihre Momente, so ist es ja nicht, aber ich hätte mir vielleicht einfach noch etwas mehr Eigeninitiative gewünscht, vor allem von einem Mädchen, das mehrmals betont, dass sie unbedingt so independent sein weil und nicht gern bevormundet wird. Außerdem fand ich ihre Reaktionen manchmal einfach blöd, weil sie sich mehrmals entschließt in Situationen wegzurennen, wo es gerade nicht angebracht ist. In einer fremden Stadt rennt sie weg von der einzigen Person, die sie da kennt und ihr Unterschlupf bieten kann, weil sie grade mal einen Streit hatten. In einer fremden Welt, rennt sie inmitten eines gefährlichen Waldes weg, von der Person, die sie zwar angelogen hat, aber sie auch als einziges durch die Welt führen und beschützen kann. Girl, denk auch mal nach, wo du bist! Aber Ray ist zum Glück nicht eine von diesen nervigen, schüchternen Protagonisten, die man in vielen Stories dieser Art sieht und dafür bin ich sehr dankbar! Ray hat vor allem einen coolen trockenen, sarkastischen Humor, der gerade im Dialog sehr gut zur Geltung kommt und ihre Reaktion auf die Götter-Sachen sind schon ganz lustig zu lesen.

Unsere Nebencharaktere sind, muss ich sagen, noch etwas besser/interessanter, als Ray. 
Kára ist einfach mal cool, badass und wunderbar zu lesen. Sie hat eine sehr schöne Verbindung zu Ray und die Freundschaft der beiden war mit eins meiner liebsten Dinge in diesem Buch. Man merkt schon, dass so einiges hinter Kára steckt, sie ist badass aber eben auch emotional und sie eigentlich wirklich so das perfekte Beispiel für strong female character. 
Und natürlich kommt in diesem Buch auch Loki vor! Und er ist genauso, wie wir ihn kennen: unberechenbar, charmant, fies und lustig. Er ist einfach ein Charakter, der immer Spaß macht zu lesen, weil man nie genau weiß, was mit ihm als nächstes kommt. Ich hatte ja etwas Angst, dass Loki zu sehr wie sein Marvel Counterpart sein würde, aber das ist nicht unbedingt der Fall. Er wird nicht übernutzt, hat aber seinen Platz in der Story und es macht Spaß ihn in dieser Story zu erleben.
Thor ist ebenfalls wie wir ihn kennen: etwas zu sehr von sich und seinen Kräften eingenommen, starrköpfig, hat aber auch seine emotionaleren Momente. Als Charakter war er jetzt nicht weiter auffällig, was aber nicht heißt, dass er ein schlechter Charakter ist. Er ist so wie ich ihn mit vorgestellt habe, und erfüllt seine Rolle in dieser Story und hat auch einige gute und unterhaltsame Momente.
Und dann haben wir noch Tyr. Von ihm lesen wir, glaube ich, neben Ray mit am meisten und trotzdem bin ich mir nicht so sicher, was ich genau von ihm denken soll. Was interessant ist, ist dass er zu einem anderen Charakter wird, als ich zu Beginn, wenn man das erste Mal von ihm liest, gedacht habe. Ich hätte mir gern etwas mehr Einblick oder Heraushebung seines Charakters gewünscht, weil ich ehrlich gesagt, nicht genau weiß wie ich Tyr beschreiben sollte. Seine Rolle in der Story ergibt durchaus Sinn und er hat einige schöne Momente mit den anderen Charakteren, aber ich hätte mir hier bei ihm einfach noch etwas mehr gewünscht.

An sich sind die Charaktere alle in Ordnung, einige etwas runder, andere nicht so, aber das stört beim lesen nicht wirklich. Was Motivation dieser Charaktere angeht, hat mich hier manchmal sehr die sprunghafte Meinungsänderung überrascht. Von einem Moment auf den anderen ändern Figuren plötzlich ihre Motivation, Ray akzeptiert mir die ganze Göttersache etwas zu schnell und da ist das Character Development nicht ganz so smooth wie man es gern hätte. Es gibt auch eine mini Lovestory, die ich nicht weiter spoilern will, aber dazu kann ich sagen: die Gefühle, die diese beiden Charaktere für einander haben, hat sich mir nicht so ganz erschlossen. Also, ich hab nicht ganz verstanden, warum und woher den jetzt plötzlich diese Anziehung kam. Da wurde mir nicht genug ins Detail gegangen. Aber glücklicherweise ist diese Liebesgeschichte nur eine kleine Nebensache in diesem Buch und wird nicht irgendwie allzu weit ins Zentrum für die Charaktere gerückt.

Wahllose Dinge/Momente, die mir gefallen haben
- Ray sagt laut "Willst du mich verarschen?" und ein alter Mann schüttelt entrüstet den Kopf über die Jugend von heute
- Odin fragt nach Freiwilligen und als Thor sich meldet reagiert er nach dem Motto "ähhhhh, ja, vielleicht jemand anderes...?" :'D
- Siegfried gehört zu den Helden
- Vor ihren Augen verwandelt sich ein Gott in eine riesige wahre Gestalt und Ray nur so "aha."
- Ray streichelt einen riesigen Hund
- und einfach einige coole kleine Twists und Turns, die die Story auflockern

Wahllose Dinge/Momente, die mir nicht gefallen haben
- Ray will in Berlin, in einer ihr fremden Stadt, in eine Bar gehen und Kára, die sich in Berlin auskennt, sagt, dass sie dort nicht hingehen sollten, weil es eine unangenehme Gegend ist. Und Ray will trotzdem unbedingt gehen und wundert sich über Kára. Girl! Wenn mein Freund mir sagt, dass diese Bar in seiner Heimatstadt gefährlich ist, bestehe ich nicht weiterhin drauf dahin zu gehen, sondern glaube meinem Freund!
- Eine Zeit lang muss Ray im Buch still sein und darf sich nicht umdrehen, sonst passiert etwas schlimmes. Du willst mir nicht erzählen, dass sie während des ganzen Chaos, dass ihr in der Zwischenzeit widerfährt, nie mal unbeabsichtigt was sagt, schreit oder sich umschaut?!
- Ray adaptiert randomly diese stelzige Art und Weise zu reden wie die Götter und klingt manchmal einfach sehr merkwürdig für eine 23 Jährige aus dem 21. Jahrhundert
- Das eine Mal, wo sie mal die Hilfe von den anderen tatsächlich bräuchte, sagt sie, dass sie es alleine macht, einfach nur weil "Helden sind immer auf sich allein gestellt, nicht wahr?" und ich denk mir so "warum gerade jetzt?!"
- jemand fällt 10 Meter wo runter, und wird kurz ohnmächtig und hat ein paar Schmerzen. Dude! Wenn ich 10 Meter wo runterfalle, dann sind die Chancen groß, dass ich irgendwo einen durchgeknacksten Knochen habe!

Fazit
"Die Götter von Asgard" ist ein sehr schönes, kleines Buch, das einem gute und schnelle Unterhaltung für Zwischendurch bringt. Das Konzept mit den nordischen Sagen ist immer interessant zu lesen und wird hier wirklich gut aufgearbeitet und sehr gut beschrieben. Die Charaktere mangeln vielleicht etwas an Detail, machen aber trotzdem Spaß zu lesen und haben coole Dialoge. Man will einfach wissen, was mit diesen Leuten passiert. Der Schreibstil ist sehr angenehmen, nicht zu komplex, nicht zu schlicht und bringt einen sehr gut und schnell durch die Story. Die Story an sich ist solide, nicht das ober großartigste, aber dennoch unterhaltsam und bringt einen hübsches, kleines Abenteuer. Das Buch hat seine Macken, einige groß, andere klein, was Erklärungen, Logik und Motivation angeht. Aber über diese Sachen kann man größtenteils hinwegsehen und stören nicht das große Ganze allzu sehr. Ich hab mich unterhalten gefühlt, fand das Buch jetzt nicht "Wow!", aber trotzdem gut und würde es auf jeden Fall empfehlen, wenn man etwas lustiges, unterhaltsames für Zwischendurch sucht.


Wertung: 3 von 5 Sternen

Review - Verschwörung

Ich habe die Millennium-Trilogie von Stieg Larsson mit sehr großer Begeisterung letztes Jahr gelesen. Mikael und Lisbeth gehören mittlerweile mit zu meinen liebsten literarischen Charakteren. Leider verstarb Stieg Larsson kurz nachdem er die drei Bücher beendet hatte, obwohl noch mehr geplant war. Entgegen den Willen von seiner langjährigen Partnerin wurde im Namen der Larsson-Familie jemand gesucht, der die Geschichte von Mikael und Lisbeth weiterführen sollte. Ich gebe zu, dass ich misstrauisch war. David Lagerncrantz ist kein Stieg Larsson. Aber ich mag diese Charaktere einfach zu sehr, als nicht auch das nächste Buch zu lesen, was von ihnen handelt. Also: wie hat David Lagerncrantz das Vermächtnis von Stieg Larsson weitergeführt? 


Ich weiß auch nicht... Das Buch ist nicht wirklich toll, es ist aber auch nicht absolut furchtbar. Es ist einfach nur "meh". Was wahrscheinlich fast noch schlimmer ist.

Der Schreibstil von Lagercrantz, muss ich sagen, hat mich teilweise schon an Larsson erinnert, mit dem langsamen Storyaufbau und den vielen (teilweise unnötigen) Details, man konnte da schon so einen Larsson Unterton spüren, mehr aber auch nicht.

Die Story fängt langsam an, sehr langsam. Was ich aber von Larsson gewohnt war, weswegen ich dachte die Story wird schon noch Fahrt aufnehmen. Aber nein. Die Story hat interessante Ansätze und sogar teilweise interessante Charaktere und die Basics sind da, aber... Die ganze Zeit im letzten Drittel hab ich auf den Showdown, auf das spannende Finale, auf ein spannendes Ereignis gewartet, aber nein. Nichts, rein gar nichts. Das Buch plätschert so vor sich hin und hört dann auf und ich sitze da und denke "Wo ist die Spannung?!" Ich muss anmerken, dass es mir mit Larssons Büchern (bis auf's erste) ähnlich ging, aber da gab es am Ende wenigstens immer erkennbare Höhepunkte und Showdowns, aber bei Lagercrantz? Nicht wirklich. Und wow, dieser aller letzte Satz...What the hell is that supposed to be?!

Die Charaktere sind oberflächlich okay, Mikael und Lisbeth scheinen so zu sein wie wir sie kennen. Aber irgendwie nicht ganz. Mikael ist irgendwie nicht so charismatisch und investigativ wie man es gewohnt ist. Und Lisbeth wird irgendwie fast nur auf ihre Faszination für Mathe in diesem Buch reduziert. (Ich hab's verstanden, Lagercrantz! Du hast die anderen Bücher gelesen!) Irgendwie hat da dieser übliche Charm gefehlt. Weil bei Larsson hat mich eine etwas langweiligere Story nicht so gestört, weil die Charaktere so toll waren und die Story tragen konnten. Aber Lagercrantz schafft das nicht ganz. Ja, Mikael und Lisbeth sind da, aber sie machen nicht viel, oder benehmen sich nicht so wie man es gewohnt ist. Weiß nicht, irgendwas hat da was gefehlt.

Der "Antagonist". Holy shit! Ist nicht dein ernst, oder? Wir machen wirklich die Psychopathen-Routine? Wirklich?! Das klingt wie aus einem schlechten Action Film. Und dann bekommen wir nicht mal allzu viel von ihr mit oder warum, wie, was überhaupt richtig mit ihr abläuft. Aber sie taucht trotzdem jetzt einfach in diesem Buch aus dem Nichts auf und ist unser böser Psychopath. Nein, einfach nein. Lagercrantz, das kauf ich dir nicht ab. Das ist einfach bloß dämlich, und ich konnte nicht ernsthaft glauben, dass du mit so was ankommst.

Alles in allem, ich fand das Buch nicht mega schlecht, aber so richtig gefallen wollte es mir auch nicht. Ich werde den nächsten band von Lagercrantz mal ansehen, einfach weil ich Hoffnung habe, dass er gelernt hat etwas besser mit den Charakteren und der Story umzugehen. Aber hier hat es einfach nur zu einem langweiligen Plot geführt, der eine gute Basis hatte, aber nur so vor sich hinplätschert, zusammen mit Charakteren, die sich alle entweder nervig anfühlen, oder so, als würde ihnen irgendwas wichtiges fehlen.
 


Wertung: 2 von 5 Sternen

Mittwoch, 25. Mai 2016

Review - Das letzte Einhorn

Das letzte Einhorn ist ein Fantasy-Klassiker. So zumindest war mein Eindruck, als ich mir dieses Buch zugelegt habe und die tollen Beurteilungen darüber gelesen habe. Es gibt auch einen ebenfalls sehr bekannten Animations-Film von dieser Geschichte, welche viele Menschen begeistert. Es ist schon etwas zwei Wochen her, dass ich dieses Buch gelesen habe, aber da ich mal wieder eine Review schreiben wollte, und ich hierzu wahrscheinlich kein Video machen werde, dachte ich mir, dass ich wenigstens hier darüber schreibe.

Wie immer kann ich auch hier nur wieder von der englischen Version her urteilen (wie das Bild unschwer erkennen lässt), jedoch wird das wohl kaum im Weg dieser Rezension stehen und außerdem ist es doch schön solch einen Klassiker im Original zu erfahren.



Hier erstmal kurz der Inhalt: Das Einhorn lebte in einem lilafarbenen Wald und sie lebte ganz allein, also verlässt sie die Sicherheit des verwunschenen Waldes, um die anderen ihrer Art zu finden. Begleitet von dem zerstreuten Zauberer Schmendrick und der unerschütterlichen Molly Grue, lernt das Einhorn alles über die Freuden und Leiden des Lebens und der Liebe, bevor sie ihrem Schicksal in der Burg eines niedergeschlagenen Monarchen begegnet - und die Kreatur konfrontiert, die ihre Art zum Aussterben treiben würde.

Das Buch meiner Ausgabe besitzt 294 Seiten, welche in 14 Kapitel unterteilt sind. Die Schrift war groß und die Story ist relativ schnell erzählt, somit dauert es nicht lange, bis man dieses Buch durch hat.

Das letzte Einhorn liest sich wie ein Märchen. Es is erkennbar, das es versucht nicht unbedingt eins zu sein, jedoch scheitert an der Art seiner Erzählung und Figuren und Thematiken. Die ganze Atmosphäre des Buches erinnert an eine Grimm'sche Erzählung, was nicht als etwas Negatives verstanden werden darf, jedoch fallen manche Charaktere und Storyelemente (wie eine Prophezeiung) eben dieser Märchen-Ähnlichkeit zum Opfer.

Die Charaktere der Story sind ganz nett gestaltet und angenehm zu lesen, besonders Schmendrick und Molly haben mir gefallen. Allerdings ist mir auch aufgefallen, dass die Entwicklung der Charaktere selbst nicht sehr groß ist. Sie erleben ein Abenteuer, werden davon aber nicht wirklich beeinflusst oder verändert, zumindest hatte ich nicht das Gefühl, dass sich für irgendjemanden, außer dem Einhorn, sich groß etwas geändert hat. Jedoch sind sind die prominenten Aspekte der Charaktere an sich sehr angenehm gestaltet, so dass man dennoch gern die Dialoge und Erzählungen der Figuren liest.

Die Story an sich ist nicht sehr komplex und wie bereits gesagt schnell erzählt. Die Geschichte vollführt den klassischen Bogen des Aufbaus, so dass man vom Tempo her gut voran kommt und es nur wenige Stellen gibt, die irritieren. Große Überraschungen selbst in der Story nicht enthalten, was der Geschichte aber keinen Schaden antut.

Der Schreibstil von Peter S. Beagle ist im allgemeinen angenehm zu lesen, er bringt einen mit gutem Tempo und interessanten Eindrücken durch die Geschichte. Beschreibungen und Eindrücke vor allem sind sehr prominent und toll geschrieben, jedoch hat Beagle die Tendenz sich manchmal etwas in seiner blumigen/metaphorischen Sprache zu verlieren, so dass die Beschreibungen etwas übernommen klingen. An sich stört dies nicht den Lesefluss, nur wird es nach einer Weile sehr auffällig wenn man erneut "weiß wie Meerschaum" liest und ähnliche Beschreibungen.

Das folgende wird wahrscheinlich vielen nicht gefallen, aber ich hab das Gefühl, dass ich es dennoch sagen muss: für mich war es nicht der großartige Fantasy-Klassiker, den ich mir vorgestellt habe. Versteh mich nicht falsch! Das Buch und seine Geschichte sind nicht schlecht, nur hat es mich auch nicht wirklich vom Hocker gerissen. Die Charaktere haben mir gefallen, jedoch hat mir in der Story die Spannung gefehlt, die einen vor Aufregung die Seite weiterblättern lässt. Ich hab das Buch mit dem Gedanken beendet "Ja, war ganz nett.", aber einen größeren bzw. tieferen Eindruck hat es nicht auf mich hinterlassen. Empfehlen würde ich das Buch durchaus, allerdings mit dem Gedanken, dass man nicht immer so viel von einem Klassiker erwarten sollte.

Ich hoffe, dass ich mit dieser Review euer Interesse für Beagle's Das letzte Einhorn wecken konnte. Habt ihr das Buch gelesen? Was denkt ihr darüber? Schreibt's mir in die Kommentare und lasst mich wissen, ob ich die Klassiker-Fans unter euch wütend gemacht habe.

Mittwoch, 13. April 2016

Review - The Curious Incident of the Dog in the Night-Time

Es ist mittlerweile schon wieder ein paar Tage her, dass ich dieses Buch gelesen habe und das Video dazu ist auch schon seit längerem draußen. Na ja, dann kommt eben die Rezension für das Buch ebene erst jetzt hier auf den Blog...

Das Buch heißt "The Curious Incident of the Dog in the Night-Time", im deutschen trägt es den Titel "Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone". Den komplett anderen deutschen Titel mal beiseite gestellt, muss ich zu Beginn anmerken, dass ich hier nur für die englische Ausgabe sprechen kann. Weil ich meine Bücher gern im Original lesen, werden die meisten der Bücher, die ich hier vorstelle, auf Englisch sein.

(Quelle: Goodreads)
Hier erstmal kurz die Story: "The Curious Incident of the Dog in the Night-Time" ist ein Murder-Mystery-Buch wie kein anderes. Der Detektiv, und Erzähler, ist Christopher Boone. Christopher is fünfzehn und hat Asperger Syndrom. Er weiß viel über Mathe und wenig über Menschen. Er liebt Listen, Muster und die Wahrheit. Er hasst die Farben Gelb und Braun und angefasst zu werden. Er ist niemals allein weiter gelaufen, als bis ans Ende der Straße, doch als er herausfindet, dass der Nachbarshund getötet wurde, begibt er sich sich auf eine gefährliche Reise, welche seine ganze Welt auf den Kopf stellt.

Das Buch an sich hat nur 272 Seiten, man kommt also schnell damit durch und es eignet sich auch gut für zwischendurch oder wenn man momentan nicht die Zeit hat einen fetten Roman zu lesen. 

Warum ich dieses Buch überhaupt erst zur Hand genommen habe: weil es 1. ein Sherlock Holmes Zitat als Titel hat und 2. weil es um einen Jungen mit Autismus geht und mich das persönlich sehr interessiert. Man muss hier bereits allerdings schon etwas wichtiges anmerken: Mark Haddon (der Autor) hat keinerlei Erfahrung mit Autisten und hat auch bevor/während er dieses Buch geschrieben hat, nichts über Autismus oder Asperger recherchiert. In der Geschichte selbst wird auch nie genau gesagt, was Christopher denn genau hat, doch man merkt schnell, dass er unter einen Sozial-Verhaltens-Störung oder ähnlichem leidet. Deswegen finde ich, dass man dieses Buch nicht unbedingt mit der Auffassung lesen bzw. zur Hand nehmen sollte, dass nun eine Geschichte über einen autistischen Jungen erzählt wird. Man kann die Geschichte so interpretieren, muss dies aber nicht.

Die Story wird von Christopher selbst in der Ich-Perspektive erzählt. Das ist in diesem Falle etwas "Besonderes", da es um einen Jungen, der etwas anders redet und denkt. Bei Christopher muss immer alles genau sein, er versteht manchmal nicht die einfachsten Dinge und hat Schwierigkeiten im Umgang mit Menschen und in der allgemeinen Gesellschaft. Das spürt man auch beim Erzählen. Da Christopher so genau ist, wiederholt er sich auch des öfteren oder zeigt genau auf, wie er ein mathematischen Problem löst, damit auch der Leser es versteht. Wenn er über Rätsel nachdenkt oder er sich verloren fühlt, zeichnet er dem Leser oft auch auf, was er gerade sieht bzw denkt. Somit kommt es des öfteren im Buch dazu, dass man lange Listen, Skizzen und Anhäufungen von Werbetafeln quer über die halbe Seite bekommt. Diese Dinge mögen vielleicht für den ein oder anderen Leser irritierend oder zu häufig sein, was ich durchaus verstehen kann. Jedoch zeigen diese kleinen Analogien sehr gut auf wie Christopher denkt und der Leser lernt so mehr über Christophers Verhalten und Charakter. Ich gebe zu, dass ich hin und wieder die langen Listen von Wörtern übersprungen habe, wenn man sich aber für einen kurzen Moment die Zeit nimmt sich mit ihnen zu beschäftigen, kann es durchaus interessant sein. Bei der Erzählweise des Buches kann man also zwei gespalten sein, da Christopher ein ungewöhnlicher Erzähler ist, an den man sich auch gewöhnen muss. 

Die Story selbst, wie sie oben erläutert ist, ist relativ simpel, hat jedoch auch seine kleinen Wendungen hier und da. Zugegeben, man sitzt während des Lesens nicht unbedingt schwitzen da, gespannt, was als nächstes passieren wird, doch man verliert sich gern und schnell in Christophers Geschichte. Die Charaktere sind realistisch und gerade mit Christopher ist es immer wieder sehr interessant zu lesen, wie er auf etwas reagiert oder sich mit anderen unterhält. Da Christopher im Denken und Handeln so anders ist, können die Konversationen in diesem Buch interessant, witzig und manchmal auch etwas frustrierend sein. Eben weil dadurch auch sehr gut gezeigt wird wie die allgemeinen Leute in der Gesellschaft auf jemanden der reagieren, der eben etwas anders ist.    

Dieses Buch mag vielleicht kein riesiger,super-tiefgründiger Roman oder Page-Turner sein, aber es ist dennoch eine Geschichte, die ich sehr gern gelesen habe. Es ist schon ein etwas anderes Buch, in welches man sich zu Beginn etwas gewöhnen muss, doch wenn man sich einmal auf Christopher eingelassen hat, zeigt er dem Leser nicht nur eine nette, interessante Story, sondern auch andere und neue Weisen die Dinge zu sehen. Ich kann dieses Buch auf jeden Fall empfehlen, bewerten würde ich es mit vier von fünf Sternen und ich hoffe, dass uns in Zukunft auch weiterhin solch interessante Literatur begegnet. 

Für eine weitere bzw. ausführlichere Rezension meinerseits, könnt ihr auch gern meinen YouTube-Kanal checken, dort habe ich auch ein Video zu diesem Buch gemacht welches ihr hier findet.

Dienstag, 29. März 2016

Es ist lange her und es zieht sich...

(Quelle: https://www.lass-andere-schreiben.de/)

Ich weiß, ich weiß. Es ist verdammt lange her, dass ich hier einen Eintrag geschrieben habe. Eigentlich wollte ich diesen Blog nutzen, um öfters über meine Schreibe- und Leseerfahrungen zu schreiben, da ich mich etwas mehr in der Schreiber-Community einbringen will. Ich wollte mal daran arbeiten etwas konsistenter zu sein. Wenn ihr euch das Datum des letzten Posts anseht, seht ihr schon, dass das sehr gut funktioniert hat...

Okay, worüber schreibe ich denn heute mal, so mitten in der Nacht... Um ehrlich zu sein habe ich mir für diesen Eintrag nicht wirklich etwas überlegt. Ich wollte einfach mal wieder hier etwas reinschreiben, ansonsten denken die Leute noch, dass ich faul bin. Mein zweiter Vorname ist zwar Faulheit und mein dritter Aufschieber, aber darum geht's ja jetzt nicht.

Was das Schreiben angeht, läuft es in letzter Zeit nicht ganz so gut wie es eigentlich könnte. Ich hatte ja bereits geschrieben, dass ich mir einen Terminplan zum schreiben zusammengestellt habe, so dass ich jeden Tag wenigstens ein paar Seiten schreibe, um vorwärts mit dem Buch zu kommen. Allerdings habe ich das in letzter Zeit vernachlässigt und das ärgert mich. Da ich vor knapp zwei Wochen zur Buchmesse in Leipzig war, hat mich das etwas aus dem Schreibrhythmus geworfen, da ich jeden Tag erst abends geschafft und müde Daheim ankam. Ich habe eine wichtige Szene fertig bekommen, aber auch nicht mehr. Und weil ich diese paar Tage nicht in meinem Rhythmus war, hat mich das für die folgenden Tage komplett aus der Bahn geworfen. Mich ärgert das, weil ich eigentlich die Zeit habe mich jeden Tag hinzusetzen und meine fünf Seiten zu schreiben. Gestern habe ich das mal wieder gemacht aber heute waren es nur wieder zwei Seiten. Allerdings hatte ich mir vorgenommen heute noch endlich dieses Kapitel fertig zu schreiben und eigentlich würde ich das auch gern tun, da ich nur zwei Seiten vor dem Ende des Kapitels bin. Die Faulen und die Aufschieber unter euch werden mich verstehen. Manchmal kann es schwer sein sich zum schreiben hinzusetzen, auch wenn es eigentlich etwas ist, das uns Spaß macht. Allerdings kann das keine Ausrede für uns sein, die ein Buch schreiben und auch gern veröffentlichen wollen. Man muss sich hinsetzen und schreiben und daran arbeiten ansonsten wird diese Story nie fertig!

Was lesen angeht... Ich habe vor einiger Zeit ein richtig tolles Sachbuch über Sherlock Holmes fertig gelesen. Es heißt "Von Mr. Holmes zu Sherlock" und ist von Mattias Boström. Ein sehr informatives und interessantes Buch für alle, die etwas mehr über die Hintergründe des Detektivs und wer ihn erschaffen und geprägt hat, erfahren wollen. Eine ausführliche Review könnt ihr auf meinem YouTube-Kanal finden, hier der Link.

Derzeit lese ich ein englischsprachiges Buch, da ich meine Bücher in Englisch bevorzuge, wenn das die Original-Sprache ist. Das Buch heißt "The Curious Incident of the Dog in the Night-Time" von Mark Haddon. Der Titel hat mich angesprochen, da es ein Zitat aus einer Sherlock Holmes Geschichte ist (Silver Blaze, um mal den Geek raushängen zu lassen ^^) und es um einen Jungen mit Autismus geht. Der deutsche Titel "Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone" ist mal wieder ganz anders, aber mittlerweile beschwere ich mich über so was nicht mehr. In der Geschichte geht es um den wie gesagt autistischen Christopher, welcher den Fall eines ermordeten Hundes in seiner Nachbarschaft aufklären will. Ich habe schon einige Kapitel gelesen und Christopher führt bereits seine ersten Befragungen durch und bisher gefällt mir das Buch sehr gut. Die Schreibweise ist anders, ungewöhnlich aber doch interessant zu lesen, da Christopher uns die Geschichte erzählt. Die Kapitel sind nach Primzahlen nummeriert, da Christopher mit Zahlen und Statistiken gut umgehen kann und damit etwas anzufangen weiß. Soweit ist das Buch sowohl interessant und anders, als auch faszinierend und irgendwo "niedlich" (bitte nicht falsch verstehen ^^'). Ich bin gespannt wie es weitergeht. auf Goodreads könnt ihr verfolgen wie weit ich mit diesem Buch bin und welche anderen Bücher noch auf mich warten.

Okay, das war es dann glaube ich mal wieder. Ist doch etwas mehr geworden als zu Beginn gedacht. Und dafür, dass ich keinen Plan hatte am Anfang dieses Eintrags, ist doch daraus ein einigermaßen interessanter (?) Text geworden. Ich werde versuchen die nächsten Tagen wieder öfters Beiträge zu posten und auch wieder ein paar mehr Videos zu machen also bitte habt Geduld, wenn ich mal wieder etwas länger brauche. Ich bin doch auch nur ein fauler Mensch!