Nach nicht einmal 24h Stunden habe ich dieses Buch durchgelesen. Ich muss ja zugeben, dass ich mit einer Mischung aus Hype und Zweifel dieses Buch gelesen hab. Hype, weil ich eben die Autorin von YouTube kenne, großer Fan von ihr bin und sie auch auf der Buchmesse kurz habe treffen dürfen. Da ist man natürlich schon gespannt. Aber ich hatte eben auch etwas gesunden Zweifel, eben weil ich nicht wollte, dass mein Hype für die Autorin meine Meinung zum Buch beeinflusst. Und jetzt kann ich sagen, dass mich das Buch zwar nicht mega begeistert hat, es aber dennoch eine angenehme Lese-Erfahrung war. Und normalerweise bin ja nicht der große Review-Schreiber, aber eben, weil ich so gespannt auf dieses Buch war, habe ich mich zu einer ausführlicheren Rezension hinreißen lassen.
Die Story
In diesem Buch geht es um die Studentin Ray, die an einem miesen Tag von der hübschen Kára getröstet wird. Diese offenbart, dass Ray die Heldin einer Prophezeiung ist und angeblich durch den Tod eines Eisriesen das Ende der bekannten Götterwelt herbeibringen wird. Natürlich gerät Ray zwischen die Fronten und trifft auf Götter wie Loki, Thor und Tyr und sie weiß nicht, wem sie trauen kann und was in dieser nordischen Sagenwelt alles auf sie wartet.
Im Grunde eine interessante und solide Story, das kann man auf jeden Fall sagen. Ich mag, dass hier mit diesem Prophecy Thema gespielt wird, das passt sehr gut zu dieser Art Setting und gibt auch eine gute Struktur für den Verlauf vor.
Man muss sagen, dass die Story sehr schnell verläuft, und man das Buch eben auch relativ fix durchliest. Das liegt zu einem an dem angenehmen Schreibstil, aber auch daran, dass eben die Charaktere selbst auch schnell vorankommen. Man bleibt nie irgendwie allzu lang an einem Ort. Ein Kapitel Berlin, nächstes Asgard, nächstes Gefängnis, dann sind wir schon wieder aus dem Gefängnis, wieder in den Wald usw. Das sorgt dafür, dass man eben wissen will, was passiert, man geht mit den Helden (wortwörtlich) mit und will wissen, was ihnen denn an diesen Orten passieren wird. Allerdings hätte ich mir vielleicht manchmal gewünscht an einem Ort wenigstens etwas länger zu bleiben, um etwas Spannung oder ein Gefühl für das Setting zu bekommen.
Hin und wieder muss ich sagen, war ich über manche Sachen verdutzt, die passierten, oder erklärt worden, weil ich nicht ganz sicher war, ob ich die jetzt richtig verstanden hatte.
Zum Beispiel wurde mehrmals hervorgehoben, dass die Grenzen zwischen den Welten versperrt bzw. überwacht werden und das Reisen zwischen den Welten von Odin verboten wurde und daher quasi untersagt ist. Und trotzdem reisen Ray und ihre göttlichen Kumpanen von Midgard nach Asgard uns sonst wohin und ich denk mir "Moment! Ich denke da war was mit Grenzen? Oder gilt das nicht für Götter? Aber Kára z.b. ist ja eine Walküre...?" Ja, da war ich mir manchmal nicht sicher wie ich das zu verstehen hatte.
Auch bei der Prophezeiung gab's manchmal Ungereimtheiten. Nicht, was die Prophezeiung an sich ist und bedeutet, das ist klar, was ich sehr begrüße. Aber einfach, was so die Reaktionen bzw. Umgehen von den Göttern mit dieser Prophezeiung angeht. Odin ist wütend, weil die Nornen einen goldenen Faden zugelassen haben, also hätte man das verhindern können? Die Nornen sagen dann, dass sie nichts machen konnten, der Faden ist einfach aufgetaucht. Also was jetzt? Wie hätten sie das denn dann aufhalten sollen, wenn es Schicksal ist und nicht beeinflusst werden konnte? Außerdem sagt Odin später, dass die Heldin nur durch seine Hand oder das Schicksal sterben darf. Zuerst schickt er einen Gott, um Ray zu holen, aber als er dann den zweiten Gott schickt, soll der Ray gleich umbringen! What?! Ich denke es gibt Regeln? Ja, manchmal hat es mich einfach ein wenig irritiert wie da genauere Regeln in der Götterwelt gehandelt worden.
Aber man muss trotzdem sagen, dass diese kleinen Ungereimtheiten die Story nicht im Großen und Ganzen stören. Die Story hat einen guten Flow, es gibt ein paar Überraschungen und eine interessante Reise und es ist alles größtenteils logisch wie es abläuft. Vielleicht hätte ich mir für das Ende noch etwas mehr gewünscht bei der Klimax, aber es war in Ordnung und die Story zu einem runden Ende gebracht. Was ich von dem Epilog halten soll weiß ich nicht wirklich... Da ich jetzt weiß, dass es kein direktes Sequel, sondern nur Prequel geben wird, frag ich mich, was genau dieser Epilog dann sollte, wenn wir darauf keine Antwort bekommen. Aber ich habe Hoffnung, dass da irgendwann noch was kommen wird, und bis dahin gibt das wenigstens genug Stoff für die Leser zum nachdenken.
Die Charaktere
Ray ist unsere Protagonistin, und sie ist das klassische Bild unseres ungewollten Held, der in eine fremde Welt geworfen wird, und sich plötzlich mit seltsamen Figuren konfrontiert sieht. An sich hat mir Ray ganz gut gefallen, man kann sich in ihre Situation gut hineinversetzen und verhält sich größtenteils so wie man es glaube ich von so einer Situation nur erwarten kann. Ich hätte mir gern noch etwas mehr Aktion von Ray innerhalb der Story gewünscht. Sehr oft wird sie eben nur von den Göttern "umhergezogen" und von einem Ort zum anderen gebracht, da mal gerettet, hier mal ausgeholfen. Sie hat durchaus ihre Momente, so ist es ja nicht, aber ich hätte mir vielleicht einfach noch etwas mehr Eigeninitiative gewünscht, vor allem von einem Mädchen, das mehrmals betont, dass sie unbedingt so independent sein weil und nicht gern bevormundet wird. Außerdem fand ich ihre Reaktionen manchmal einfach blöd, weil sie sich mehrmals entschließt in Situationen wegzurennen, wo es gerade nicht angebracht ist. In einer fremden Stadt rennt sie weg von der einzigen Person, die sie da kennt und ihr Unterschlupf bieten kann, weil sie grade mal einen Streit hatten. In einer fremden Welt, rennt sie inmitten eines gefährlichen Waldes weg, von der Person, die sie zwar angelogen hat, aber sie auch als einziges durch die Welt führen und beschützen kann. Girl, denk auch mal nach, wo du bist! Aber Ray ist zum Glück nicht eine von diesen nervigen, schüchternen Protagonisten, die man in vielen Stories dieser Art sieht und dafür bin ich sehr dankbar! Ray hat vor allem einen coolen trockenen, sarkastischen Humor, der gerade im Dialog sehr gut zur Geltung kommt und ihre Reaktion auf die Götter-Sachen sind schon ganz lustig zu lesen.
Unsere Nebencharaktere sind, muss ich sagen, noch etwas besser/interessanter, als Ray.
Kára ist einfach mal cool, badass und wunderbar zu lesen. Sie hat eine sehr schöne Verbindung zu Ray und die Freundschaft der beiden war mit eins meiner liebsten Dinge in diesem Buch. Man merkt schon, dass so einiges hinter Kára steckt, sie ist badass aber eben auch emotional und sie eigentlich wirklich so das perfekte Beispiel für strong female character.
Und natürlich kommt in diesem Buch auch Loki vor! Und er ist genauso, wie wir ihn kennen: unberechenbar, charmant, fies und lustig. Er ist einfach ein Charakter, der immer Spaß macht zu lesen, weil man nie genau weiß, was mit ihm als nächstes kommt. Ich hatte ja etwas Angst, dass Loki zu sehr wie sein Marvel Counterpart sein würde, aber das ist nicht unbedingt der Fall. Er wird nicht übernutzt, hat aber seinen Platz in der Story und es macht Spaß ihn in dieser Story zu erleben.
Thor ist ebenfalls wie wir ihn kennen: etwas zu sehr von sich und seinen Kräften eingenommen, starrköpfig, hat aber auch seine emotionaleren Momente. Als Charakter war er jetzt nicht weiter auffällig, was aber nicht heißt, dass er ein schlechter Charakter ist. Er ist so wie ich ihn mit vorgestellt habe, und erfüllt seine Rolle in dieser Story und hat auch einige gute und unterhaltsame Momente.
Und dann haben wir noch Tyr. Von ihm lesen wir, glaube ich, neben Ray mit am meisten und trotzdem bin ich mir nicht so sicher, was ich genau von ihm denken soll. Was interessant ist, ist dass er zu einem anderen Charakter wird, als ich zu Beginn, wenn man das erste Mal von ihm liest, gedacht habe. Ich hätte mir gern etwas mehr Einblick oder Heraushebung seines Charakters gewünscht, weil ich ehrlich gesagt, nicht genau weiß wie ich Tyr beschreiben sollte. Seine Rolle in der Story ergibt durchaus Sinn und er hat einige schöne Momente mit den anderen Charakteren, aber ich hätte mir hier bei ihm einfach noch etwas mehr gewünscht.
An sich sind die Charaktere alle in Ordnung, einige etwas runder, andere nicht so, aber das stört beim lesen nicht wirklich. Was Motivation dieser Charaktere angeht, hat mich hier manchmal sehr die sprunghafte Meinungsänderung überrascht. Von einem Moment auf den anderen ändern Figuren plötzlich ihre Motivation, Ray akzeptiert mir die ganze Göttersache etwas zu schnell und da ist das Character Development nicht ganz so smooth wie man es gern hätte. Es gibt auch eine mini Lovestory, die ich nicht weiter spoilern will, aber dazu kann ich sagen: die Gefühle, die diese beiden Charaktere für einander haben, hat sich mir nicht so ganz erschlossen. Also, ich hab nicht ganz verstanden, warum und woher den jetzt plötzlich diese Anziehung kam. Da wurde mir nicht genug ins Detail gegangen. Aber glücklicherweise ist diese Liebesgeschichte nur eine kleine Nebensache in diesem Buch und wird nicht irgendwie allzu weit ins Zentrum für die Charaktere gerückt.
Wahllose Dinge/Momente, die mir gefallen haben
- Ray sagt laut "Willst du mich verarschen?" und ein alter Mann schüttelt entrüstet den Kopf über die Jugend von heute
- Odin fragt nach Freiwilligen und als Thor sich meldet reagiert er nach dem Motto "ähhhhh, ja, vielleicht jemand anderes...?" :'D
- Siegfried gehört zu den Helden
- Vor ihren Augen verwandelt sich ein Gott in eine riesige wahre Gestalt und Ray nur so "aha."
- Ray streichelt einen riesigen Hund
- und einfach einige coole kleine Twists und Turns, die die Story auflockern
Wahllose Dinge/Momente, die mir nicht gefallen haben
- Ray will in Berlin, in einer ihr fremden Stadt, in eine Bar gehen und Kára, die sich in Berlin auskennt, sagt, dass sie dort nicht hingehen sollten, weil es eine unangenehme Gegend ist. Und Ray will trotzdem unbedingt gehen und wundert sich über Kára. Girl! Wenn mein Freund mir sagt, dass diese Bar in seiner Heimatstadt gefährlich ist, bestehe ich nicht weiterhin drauf dahin zu gehen, sondern glaube meinem Freund!
- Eine Zeit lang muss Ray im Buch still sein und darf sich nicht umdrehen, sonst passiert etwas schlimmes. Du willst mir nicht erzählen, dass sie während des ganzen Chaos, dass ihr in der Zwischenzeit widerfährt, nie mal unbeabsichtigt was sagt, schreit oder sich umschaut?!
- Ray adaptiert randomly diese stelzige Art und Weise zu reden wie die Götter und klingt manchmal einfach sehr merkwürdig für eine 23 Jährige aus dem 21. Jahrhundert
- Das eine Mal, wo sie mal die Hilfe von den anderen tatsächlich bräuchte, sagt sie, dass sie es alleine macht, einfach nur weil "Helden sind immer auf sich allein gestellt, nicht wahr?" und ich denk mir so "warum gerade jetzt?!"
- jemand fällt 10 Meter wo runter, und wird kurz ohnmächtig und hat ein paar Schmerzen. Dude! Wenn ich 10 Meter wo runterfalle, dann sind die Chancen groß, dass ich irgendwo einen durchgeknacksten Knochen habe!
Fazit
"Die Götter von Asgard" ist ein sehr schönes, kleines Buch, das einem gute und schnelle Unterhaltung für Zwischendurch bringt. Das Konzept mit den nordischen Sagen ist immer interessant zu lesen und wird hier wirklich gut aufgearbeitet und sehr gut beschrieben. Die Charaktere mangeln vielleicht etwas an Detail, machen aber trotzdem Spaß zu lesen und haben coole Dialoge. Man will einfach wissen, was mit diesen Leuten passiert. Der Schreibstil ist sehr angenehmen, nicht zu komplex, nicht zu schlicht und bringt einen sehr gut und schnell durch die Story. Die Story an sich ist solide, nicht das ober großartigste, aber dennoch unterhaltsam und bringt einen hübsches, kleines Abenteuer. Das Buch hat seine Macken, einige groß, andere klein, was Erklärungen, Logik und Motivation angeht. Aber über diese Sachen kann man größtenteils hinwegsehen und stören nicht das große Ganze allzu sehr. Ich hab mich unterhalten gefühlt, fand das Buch jetzt nicht "Wow!", aber trotzdem gut und würde es auf jeden Fall empfehlen, wenn man etwas lustiges, unterhaltsames für Zwischendurch sucht.
Wertung: 3 von 5 Sternen
Ich schreibe Geschichten und lese Bücher stets mit einer Tasse Tee an meiner Seite.
Dienstag, 20. März 2018
Review - Verschwörung
Ich habe die Millennium-Trilogie von Stieg Larsson mit sehr großer Begeisterung letztes Jahr gelesen. Mikael und Lisbeth gehören mittlerweile mit zu meinen liebsten literarischen Charakteren. Leider verstarb Stieg Larsson kurz nachdem er die drei Bücher beendet hatte, obwohl noch mehr geplant war. Entgegen den Willen von seiner langjährigen Partnerin wurde im Namen der Larsson-Familie jemand gesucht, der die Geschichte von Mikael und Lisbeth weiterführen sollte. Ich gebe zu, dass ich misstrauisch war. David Lagerncrantz ist kein Stieg Larsson. Aber ich mag diese Charaktere einfach zu sehr, als nicht auch das nächste Buch zu lesen, was von ihnen handelt. Also: wie hat David Lagerncrantz das Vermächtnis von Stieg Larsson weitergeführt?
Ich weiß auch nicht... Das Buch ist nicht wirklich toll, es ist aber auch nicht absolut furchtbar. Es ist einfach nur "meh". Was wahrscheinlich fast noch schlimmer ist.
Der Schreibstil von Lagercrantz, muss ich sagen, hat mich teilweise schon an Larsson erinnert, mit dem langsamen Storyaufbau und den vielen (teilweise unnötigen) Details, man konnte da schon so einen Larsson Unterton spüren, mehr aber auch nicht.
Die Story fängt langsam an, sehr langsam. Was ich aber von Larsson gewohnt war, weswegen ich dachte die Story wird schon noch Fahrt aufnehmen. Aber nein. Die Story hat interessante Ansätze und sogar teilweise interessante Charaktere und die Basics sind da, aber... Die ganze Zeit im letzten Drittel hab ich auf den Showdown, auf das spannende Finale, auf ein spannendes Ereignis gewartet, aber nein. Nichts, rein gar nichts. Das Buch plätschert so vor sich hin und hört dann auf und ich sitze da und denke "Wo ist die Spannung?!" Ich muss anmerken, dass es mir mit Larssons Büchern (bis auf's erste) ähnlich ging, aber da gab es am Ende wenigstens immer erkennbare Höhepunkte und Showdowns, aber bei Lagercrantz? Nicht wirklich. Und wow, dieser aller letzte Satz...What the hell is that supposed to be?!
Die Charaktere sind oberflächlich okay, Mikael und Lisbeth scheinen so zu sein wie wir sie kennen. Aber irgendwie nicht ganz. Mikael ist irgendwie nicht so charismatisch und investigativ wie man es gewohnt ist. Und Lisbeth wird irgendwie fast nur auf ihre Faszination für Mathe in diesem Buch reduziert. (Ich hab's verstanden, Lagercrantz! Du hast die anderen Bücher gelesen!) Irgendwie hat da dieser übliche Charm gefehlt. Weil bei Larsson hat mich eine etwas langweiligere Story nicht so gestört, weil die Charaktere so toll waren und die Story tragen konnten. Aber Lagercrantz schafft das nicht ganz. Ja, Mikael und Lisbeth sind da, aber sie machen nicht viel, oder benehmen sich nicht so wie man es gewohnt ist. Weiß nicht, irgendwas hat da was gefehlt.
Der "Antagonist". Holy shit! Ist nicht dein ernst, oder? Wir machen wirklich die Psychopathen-Routine? Wirklich?! Das klingt wie aus einem schlechten Action Film. Und dann bekommen wir nicht mal allzu viel von ihr mit oder warum, wie, was überhaupt richtig mit ihr abläuft. Aber sie taucht trotzdem jetzt einfach in diesem Buch aus dem Nichts auf und ist unser böser Psychopath. Nein, einfach nein. Lagercrantz, das kauf ich dir nicht ab. Das ist einfach bloß dämlich, und ich konnte nicht ernsthaft glauben, dass du mit so was ankommst.
Alles in allem, ich fand das Buch nicht mega schlecht, aber so richtig gefallen wollte es mir auch nicht. Ich werde den nächsten band von Lagercrantz mal ansehen, einfach weil ich Hoffnung habe, dass er gelernt hat etwas besser mit den Charakteren und der Story umzugehen. Aber hier hat es einfach nur zu einem langweiligen Plot geführt, der eine gute Basis hatte, aber nur so vor sich hinplätschert, zusammen mit Charakteren, die sich alle entweder nervig anfühlen, oder so, als würde ihnen irgendwas wichtiges fehlen.
Wertung: 2 von 5 Sternen
Ich weiß auch nicht... Das Buch ist nicht wirklich toll, es ist aber auch nicht absolut furchtbar. Es ist einfach nur "meh". Was wahrscheinlich fast noch schlimmer ist.
Der Schreibstil von Lagercrantz, muss ich sagen, hat mich teilweise schon an Larsson erinnert, mit dem langsamen Storyaufbau und den vielen (teilweise unnötigen) Details, man konnte da schon so einen Larsson Unterton spüren, mehr aber auch nicht.
Die Story fängt langsam an, sehr langsam. Was ich aber von Larsson gewohnt war, weswegen ich dachte die Story wird schon noch Fahrt aufnehmen. Aber nein. Die Story hat interessante Ansätze und sogar teilweise interessante Charaktere und die Basics sind da, aber... Die ganze Zeit im letzten Drittel hab ich auf den Showdown, auf das spannende Finale, auf ein spannendes Ereignis gewartet, aber nein. Nichts, rein gar nichts. Das Buch plätschert so vor sich hin und hört dann auf und ich sitze da und denke "Wo ist die Spannung?!" Ich muss anmerken, dass es mir mit Larssons Büchern (bis auf's erste) ähnlich ging, aber da gab es am Ende wenigstens immer erkennbare Höhepunkte und Showdowns, aber bei Lagercrantz? Nicht wirklich. Und wow, dieser aller letzte Satz...What the hell is that supposed to be?!
Die Charaktere sind oberflächlich okay, Mikael und Lisbeth scheinen so zu sein wie wir sie kennen. Aber irgendwie nicht ganz. Mikael ist irgendwie nicht so charismatisch und investigativ wie man es gewohnt ist. Und Lisbeth wird irgendwie fast nur auf ihre Faszination für Mathe in diesem Buch reduziert. (Ich hab's verstanden, Lagercrantz! Du hast die anderen Bücher gelesen!) Irgendwie hat da dieser übliche Charm gefehlt. Weil bei Larsson hat mich eine etwas langweiligere Story nicht so gestört, weil die Charaktere so toll waren und die Story tragen konnten. Aber Lagercrantz schafft das nicht ganz. Ja, Mikael und Lisbeth sind da, aber sie machen nicht viel, oder benehmen sich nicht so wie man es gewohnt ist. Weiß nicht, irgendwas hat da was gefehlt.
Der "Antagonist". Holy shit! Ist nicht dein ernst, oder? Wir machen wirklich die Psychopathen-Routine? Wirklich?! Das klingt wie aus einem schlechten Action Film. Und dann bekommen wir nicht mal allzu viel von ihr mit oder warum, wie, was überhaupt richtig mit ihr abläuft. Aber sie taucht trotzdem jetzt einfach in diesem Buch aus dem Nichts auf und ist unser böser Psychopath. Nein, einfach nein. Lagercrantz, das kauf ich dir nicht ab. Das ist einfach bloß dämlich, und ich konnte nicht ernsthaft glauben, dass du mit so was ankommst.
Alles in allem, ich fand das Buch nicht mega schlecht, aber so richtig gefallen wollte es mir auch nicht. Ich werde den nächsten band von Lagercrantz mal ansehen, einfach weil ich Hoffnung habe, dass er gelernt hat etwas besser mit den Charakteren und der Story umzugehen. Aber hier hat es einfach nur zu einem langweiligen Plot geführt, der eine gute Basis hatte, aber nur so vor sich hinplätschert, zusammen mit Charakteren, die sich alle entweder nervig anfühlen, oder so, als würde ihnen irgendwas wichtiges fehlen.
Wertung: 2 von 5 Sternen
Sonntag, 4. März 2018
Oscars 2018: Vorhersagen und Wünsche
Die wichtigsten Film-Awards des Jahres stehen mal wieder ab und dieses Mal wird es ein hartes Rennen. Shape of Water hat unheimlich viele Nominierungen und ist ein großer Favorit, aber auch sozialkritische Filme wie Get Out stehen weit oben bei den Zuschauern. Ich hab mir einen Großteil der Filme der Oscars angesehen und lege hier mal in den wichtigsten Kategorien dar, wen ich mir gern als Sieger wünschen würde, aber wer höchstwahrscheinlich gewinnen wird.
Bester Film
Wird gewinnen: The Shape of Water
Sollte gewinnen: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri oder Get Out
Bester Regisseur
Wird gewinnen: Guillermo del Toro für The Shape of Water oder Greta Gerwig für Lady Bird
Sollte gewinnen: Christopher Nolan für Dunkirk
Bester Schauspieler
Wird gewinnen: Gary Oldman für Darkest Hour
Sollte gewinnen: Gary Oldman oder Daniel Day-Lewis für Phantom Thread
Beste Schauspielerin
Wird gewinnen: Frances McDormand für Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Sollte gewinnen: Sally Hawkins für The Shape of Water
Bester Schauspieler in einer Nebenrolle
Wird gewinnen: Sam Rockwell für Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Sollte gewinnen: Sam Rockwell
Beste Schauspielerin in einer Nebenrolle
Wird gewinnen: Allison Janney für I, Tonya
Sollte gewinnen: Laurie Metcalf für Lady Bird
Bester animierter Film
Wird gewinnen: Coco
Sollte gewinnen: Loving Vincent
Bestes originales Drehbuch
Wird gewinnen: Get Out
Sollte gewinnen: Get Out oder Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Bestes adaptiertes Drehbuch
Wird gewinnen: Call Me by Your Name
Sollte gewinnen: Call Me by Your Name
Beste Musik
Wird gewinnen: Dunkirk oder The Shape of Water
Sollte gewinnen: Phantom Thread
Bestes Produktions-Design
Wird gewinnen: Blade Runner 2049
Sollte gewinnen: The Shape of Water
Beste Cinematography
Wird gewinnen: Blade Runner 2049
Sollte gewinnen: Dunkirk
Bestes Kostüm-Design
Wird gewinnen: Phantom Thread
Sollte gewinnen: Phantom Thread
Bestes Makeup
Wird gewinnen: Darkest Hour
Sollte gewinnen: Darkest Hour
Wer sich noch genauer dafür interessiert, wie und warum ich die Oscar Filme bewertet habe, kann sich gern hier mein großes Video zu den Academy Awards 2018 ansehen.
Bester Film
Wird gewinnen: The Shape of Water
Sollte gewinnen: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri oder Get Out
Bester Regisseur
Wird gewinnen: Guillermo del Toro für The Shape of Water oder Greta Gerwig für Lady Bird
Sollte gewinnen: Christopher Nolan für Dunkirk
Bester Schauspieler
Wird gewinnen: Gary Oldman für Darkest Hour
Sollte gewinnen: Gary Oldman oder Daniel Day-Lewis für Phantom Thread
Beste Schauspielerin
Wird gewinnen: Frances McDormand für Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Sollte gewinnen: Sally Hawkins für The Shape of Water
Bester Schauspieler in einer Nebenrolle
Wird gewinnen: Sam Rockwell für Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Sollte gewinnen: Sam Rockwell
Beste Schauspielerin in einer Nebenrolle
Wird gewinnen: Allison Janney für I, Tonya
Sollte gewinnen: Laurie Metcalf für Lady Bird
Bester animierter Film
Wird gewinnen: Coco
Sollte gewinnen: Loving Vincent
Bestes originales Drehbuch
Wird gewinnen: Get Out
Sollte gewinnen: Get Out oder Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Bestes adaptiertes Drehbuch
Wird gewinnen: Call Me by Your Name
Sollte gewinnen: Call Me by Your Name
Beste Musik
Wird gewinnen: Dunkirk oder The Shape of Water
Sollte gewinnen: Phantom Thread
Bestes Produktions-Design
Wird gewinnen: Blade Runner 2049
Sollte gewinnen: The Shape of Water
Beste Cinematography
Wird gewinnen: Blade Runner 2049
Sollte gewinnen: Dunkirk
Bestes Kostüm-Design
Wird gewinnen: Phantom Thread
Sollte gewinnen: Phantom Thread
Bestes Makeup
Wird gewinnen: Darkest Hour
Sollte gewinnen: Darkest Hour
Wer sich noch genauer dafür interessiert, wie und warum ich die Oscar Filme bewertet habe, kann sich gern hier mein großes Video zu den Academy Awards 2018 ansehen.
Mittwoch, 21. Februar 2018
Editing like an Idiot
Wisst ihr, was das Schwierigste daran ist ein Buch zu schreiben? Es ist nicht unbedingt das Schreiben an sich. Um ehrlich zu sein, ist das wahrscheinlich der einfachste und lustigste Part der ganzen Sache. Aber wenn man sein Manuskript fertig hat, dann war das garantiert noch nicht das Ende. Ich meine, klar könnte man sagen, dass die Geschichte dann fertig ist und man könnte dieses un-überarbeitete erste, höchstwahrscheinlich nicht so gute erste Skript ohne weitere Gedanken anderen Leuten zum Lesen anbieten oder gar zum Verlag schicken...
Aber das ist wahrscheinlich nicht die beste Idee.
Ich bin derzeit wie verrückt am Überarbeiten von Die Legende von Alteria nachdem ich das alles mal wieder sehr lange aufgeschoben habe. Ich wollte ja erstmal das ganze Buch durchlesen und mir Notizen machen und im Endeffekt hat das "Durchlesen" jetzt etwas länger gebraucht. *hust* Acht Monate *hust* Na ja, aber es ist ja nicht so, als würde mich irgendjemand unter Druck setzen. Niemand außer meine Psyche und mein Stolz als Künstler. Also kein großes Ding. Aber mal ernsthaft, eigentlich versuche ich das alles nie so eng und ernst zu sehen. Klar, ich will dieses Buch unbedingt auf Hochglanz bringen und irgendwann fertig haben. Aber ich bin auch noch jung, hab auch noch andere Dinge im Leben, die mich beschäftigen und ich möchte daran arbeiten weil es mir Spaß macht und nicht, weil ich muss. Deswegen mach ich das so wie ich das will.
Und, um mich auch mal selbst etwas zu loben, ich finde, dass es derzeit eigentlich recht gut läuft. Hab mit den richtigen Überarbeitungen jetzt früher im Februar angefangen und bin bereits bei Kapitel 8 von 30. Auf meinem Word-Dokument sind das 170 Seiten von 748. Das Einzige, was mir auffällt ist, dass ich eigentlich vorhatte den Wordcount etwas kleiner zu machen. Als ich angefangen habe dieses zweite Manuskript zu Überarbeiten hatte das Dokument 145.535 Wörter. Jetzt sind es 146.515. Da scheint wohl ein bisschen was mit meinem ursprünglichen Plan schiefgegangen zu sein. Gut, aber wenn man halt auf einmal Logik-Fehler in seiner Story findet, müssen die eben ausgebessert werden. Also kommt eine Extra-Erklärung dahin und ein bisschen mehr Dialog dorthin und schon hat man auf einmal mehr, als man wollte. Aber ich glaube das ist schon gut so. Weil Logik-Fehler regen mich immer mit am meisten auf und wenn dann Leser ankommen mit "Warum haben die Charaktere das so gemacht, wenn das doch alles viel unkomplizierter sein könnte?!", dann schreib ich da lieber ein paar Wörter mehr. Außerdem gibt es noch eine Menge unnötige Adjektive, die darauf warten aus meinem Manuskript rausgestrichen zu werden. Wer weiß, wie viele Wörter da am Ende wirklich stehen werden.
Aber das ist wahrscheinlich nicht die beste Idee.
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| (Quelle: https://writerswin.com/) |
Ich bin derzeit wie verrückt am Überarbeiten von Die Legende von Alteria nachdem ich das alles mal wieder sehr lange aufgeschoben habe. Ich wollte ja erstmal das ganze Buch durchlesen und mir Notizen machen und im Endeffekt hat das "Durchlesen" jetzt etwas länger gebraucht. *hust* Acht Monate *hust* Na ja, aber es ist ja nicht so, als würde mich irgendjemand unter Druck setzen. Niemand außer meine Psyche und mein Stolz als Künstler. Also kein großes Ding. Aber mal ernsthaft, eigentlich versuche ich das alles nie so eng und ernst zu sehen. Klar, ich will dieses Buch unbedingt auf Hochglanz bringen und irgendwann fertig haben. Aber ich bin auch noch jung, hab auch noch andere Dinge im Leben, die mich beschäftigen und ich möchte daran arbeiten weil es mir Spaß macht und nicht, weil ich muss. Deswegen mach ich das so wie ich das will.
Und, um mich auch mal selbst etwas zu loben, ich finde, dass es derzeit eigentlich recht gut läuft. Hab mit den richtigen Überarbeitungen jetzt früher im Februar angefangen und bin bereits bei Kapitel 8 von 30. Auf meinem Word-Dokument sind das 170 Seiten von 748. Das Einzige, was mir auffällt ist, dass ich eigentlich vorhatte den Wordcount etwas kleiner zu machen. Als ich angefangen habe dieses zweite Manuskript zu Überarbeiten hatte das Dokument 145.535 Wörter. Jetzt sind es 146.515. Da scheint wohl ein bisschen was mit meinem ursprünglichen Plan schiefgegangen zu sein. Gut, aber wenn man halt auf einmal Logik-Fehler in seiner Story findet, müssen die eben ausgebessert werden. Also kommt eine Extra-Erklärung dahin und ein bisschen mehr Dialog dorthin und schon hat man auf einmal mehr, als man wollte. Aber ich glaube das ist schon gut so. Weil Logik-Fehler regen mich immer mit am meisten auf und wenn dann Leser ankommen mit "Warum haben die Charaktere das so gemacht, wenn das doch alles viel unkomplizierter sein könnte?!", dann schreib ich da lieber ein paar Wörter mehr. Außerdem gibt es noch eine Menge unnötige Adjektive, die darauf warten aus meinem Manuskript rausgestrichen zu werden. Wer weiß, wie viele Wörter da am Ende wirklich stehen werden.
Montag, 27. November 2017
Ich bin wieder da!
Tja, lang ist's her. Sowohl hier, als auch auf YouTube. Jetzt ist es November und vor allem die Leute auf YouTube fragen sich bestimmt, warum ich seit über zehn Wochen nichts mehr wirklich von mir hören lasse. Aber jetzt bin ich endlich wieder da und hab mehr Zeit und mit neuem Elan geht’s nun wieder los.
Im September war es mal wieder Zeit für Theater. Wer mich kennt, weiß, dass ich sowohl ein riesen Fan des Theaters bin, als auch selber hin und wieder mal schauspielere. Und zu meinem Glück kam es dazu wieder diesen Sommer. Auf Englisch, mit einem richtig tollen Cast hab wir "The Arsonists" oder zu deutsch "Biedermann und die Brandstifter" gespielt und was kann ich anderes sagen als, dass es der absolute Hammer war! Theater macht mich einfach immer wahnsinnig glücklich und wenn man noch das Glück hat mit so tollen Leuten, wie dem Cast, dem ich angehören durfte ist, dann ist das ganze einfach die schönste Erfahrung, die man machen kann. Wir haben von Mai bis September diesen Jahres daran gearbeitet und der Prozess, wie ein Stück entsteht, ist immer wieder etwas faszinierendes. Da meine Rolle eine kleinere war, konnte ich den Hauptdarstellern oft dabei zuschauen, wie sie ihre Charaktere formen und wie die Szenerien entstehen, und selbst wenn man das Stück zum hundertsten Mal gesehen hat, wird es nie langweilig.
Das zweite, was mich tatsächlich bisher beschäftigt hat, war die Tatsache, dass ich für zehn Wochen in einer Klinik war. Kein Grund zur Panik, klingt dramatischer, als es wahrscheinlich ist. Ohne jetzt davon allzu viel erzählen zu wollen, seit gesagt, dass ich dort eben die letzten Wochen verbracht habe und ich daher weder die Mittel, noch die Zeit hatte Videos zu machen oder groß zu schreiben. Aber der Aufenthalt tat mir wirklich gut und hat mich in vielerlei Hinsicht vorangebracht. Außerdem kam ich auch zum lesen und hab tatsächlich auch ein wenig an meinen Stories gearbeitet, also von daher war auch etwas Produktivität dabei.
So und jetzt ist das Zeug vorbei und ich hab wieder Zeit. Na ja, wie immer man das auch sehen möchte. Hab jetzt direkt nach der Klinik gleich wieder mit Uni angefangen und muss dieses Semester auch zwei Vorträge machen. Aber da ich ja die ersten zwei Monate des Semesters jetzt krank geschrieben war, bin ich wahrscheinlich eh erst gegen Ende dran. Bingo!
Das wäre so mein kleines Update, damit ihr mal wisst, was so los ist. Es geht jetzt also wieder etwas regelmäßiger weiter und wenn ich endlich mal dran denken, dass ich auch öfters mal bloggen könnte, werdet ihr auch hier wieder mehr sehen. Bis dahin, man sieht sich.
Im September war es mal wieder Zeit für Theater. Wer mich kennt, weiß, dass ich sowohl ein riesen Fan des Theaters bin, als auch selber hin und wieder mal schauspielere. Und zu meinem Glück kam es dazu wieder diesen Sommer. Auf Englisch, mit einem richtig tollen Cast hab wir "The Arsonists" oder zu deutsch "Biedermann und die Brandstifter" gespielt und was kann ich anderes sagen als, dass es der absolute Hammer war! Theater macht mich einfach immer wahnsinnig glücklich und wenn man noch das Glück hat mit so tollen Leuten, wie dem Cast, dem ich angehören durfte ist, dann ist das ganze einfach die schönste Erfahrung, die man machen kann. Wir haben von Mai bis September diesen Jahres daran gearbeitet und der Prozess, wie ein Stück entsteht, ist immer wieder etwas faszinierendes. Da meine Rolle eine kleinere war, konnte ich den Hauptdarstellern oft dabei zuschauen, wie sie ihre Charaktere formen und wie die Szenerien entstehen, und selbst wenn man das Stück zum hundertsten Mal gesehen hat, wird es nie langweilig.
Das zweite, was mich tatsächlich bisher beschäftigt hat, war die Tatsache, dass ich für zehn Wochen in einer Klinik war. Kein Grund zur Panik, klingt dramatischer, als es wahrscheinlich ist. Ohne jetzt davon allzu viel erzählen zu wollen, seit gesagt, dass ich dort eben die letzten Wochen verbracht habe und ich daher weder die Mittel, noch die Zeit hatte Videos zu machen oder groß zu schreiben. Aber der Aufenthalt tat mir wirklich gut und hat mich in vielerlei Hinsicht vorangebracht. Außerdem kam ich auch zum lesen und hab tatsächlich auch ein wenig an meinen Stories gearbeitet, also von daher war auch etwas Produktivität dabei.
So und jetzt ist das Zeug vorbei und ich hab wieder Zeit. Na ja, wie immer man das auch sehen möchte. Hab jetzt direkt nach der Klinik gleich wieder mit Uni angefangen und muss dieses Semester auch zwei Vorträge machen. Aber da ich ja die ersten zwei Monate des Semesters jetzt krank geschrieben war, bin ich wahrscheinlich eh erst gegen Ende dran. Bingo!
Das wäre so mein kleines Update, damit ihr mal wisst, was so los ist. Es geht jetzt also wieder etwas regelmäßiger weiter und wenn ich endlich mal dran denken, dass ich auch öfters mal bloggen könnte, werdet ihr auch hier wieder mehr sehen. Bis dahin, man sieht sich.
Mittwoch, 12. Juli 2017
Uni, Lesen, Schreiben: Eins von den dreien hält mich sehr beschäftigt, ratet mal welches...
Es wird mal wieder Zeit für ein kleines Update. Ich bin ziemlich busy, das merkt man an meinen super regelmäßigen Einträgen auf diesem Blog. *hust* Im April ging mein viertes Semester an der Uni los und jetzt ist das Semester eigentlich so gut wie vorbei. Man merkt die Zeit vergeht sehr schnell und ich schaffe es wie immer hier nichts darüber zu schreiben und meine ganzen anderen Hobbys schleifen zu lassen.
Lesen und Schreiben sind tatsächlich in letzter Zeit nicht meine aktivsten Dinge. Lesen war eigentlich in den letzten Monaten ganz okay, aber seit zwei Wochen oder so hab ich nicht wirklich meine zwei Bücher angefasst. That's exam stress for you. Schreiben ist eine ganze andere Sache. Die edits für meinen Roman liegen seit Monaten auf Eis. #ResponsibleAuthor Dafür arbeite ich an einigen "neuen" Ideen und die nehmen schon ein wenig Gestalt an:
Eine Idee, deren Titel bisher "Der Mann in der Bibliothek" ist, habe ich schon seit Jahren in meinem Kopf, aber weil ich ja an meinem ersten Buch zu arbeiten hatte, wollte ich das erstmal beiseite lassen. Aber jetzt wo das Schreiben von "Die Legende von Alteria" erledigt ist, kann ich mich endlich anderen Projekten widmen. Für "Der Mann in der Bibliothek" hab ich auf jeden Fall schon eine grobe Vorstellung worum es gehen soll und was die Gestaltung der Fantasy angeht, allerdings gibt es noch keine genauere Outline zum Plot. Aber ich habe schon mehr oder weniger meine Hauptcharaktere ausgearbeitet. Ich will nicht allzu viel sagen, aber die beiden Protagonisten sind der mysteriöse Mann in der Bibliothek *gasp* Nein! *gasp* und der Mitte 20, englische Geschichtsstudent Chesterfield Robinson. Um wenigsten einen Eindruck zu geben, was für eine Art Story das werden soll: stellt es euch vor wie eine Mischung aus Tintenherz, Doctor Who, und Genevieve Cogman's Die Unsichtbare Bibliothek. Ich werde vielleicht auf YouTube da noch etwas drüber reden, haltet da also in nächster Zeit mal Ausschau.
Das zweite Projekt, das ich vor einigen Wochen angefangen habe, war mehr eine spontane Eingebung, die ich sofort aufschreiben wollte, weswegen ich davon tatsächlich zwei Kapitel geschrieben habe. Die Story hat noch nicht wirklich einen Namen, also benutze dafür erstmal einfach den Namen des Protagonisten: Prescott Hills. Prescott ist 44 Jahre alt, kommt aus dem Norden Englands, ist Detective Inspector und ein erfahrener Polizist, der unter Depression und Suizid-Gedanken leidet. Er versucht irgendwie seiner Polizeiarbeit nachzugehen und besucht regelmäßig seinen ehemaligen Polizei-Therapeuten Dr. Ian Byrne, ein Ire im selben Alter wie Prescott. Im Prinzip wird diese Story also eine Mischung aus einem verzwicktem Fall, an dem Prescott mit seiner Abteilung arbeitet, und seinen Gesprächen und seiner Beziehung zu Ian. Die Idee entstammt meinem eigenen mental-Health-Zustand, den Stieg Larsson Büchern, den ich verfallen bin, und der Tatsache, dass ich neulich wieder Life on Mars gesehen habe. Ich bin also in letzter zeit sehr anfällig für diese grimmigen, faszinierenden Krimis/Thriller und wollte auch einfach über einen Charakter schreiben, in dem ich meinen eigenen Zustand etwas verarbeiten kann. Ich hab da auch schon einige Ideen und Anläufe, was da noch kommen sol, aber eine größere Outline fehlt mir noch. Haltet da einfach auch auf YouTube Ausschau für mehr Infos.
Doch das schreiben an sich, liegt ebenso wie das Lesen etwas auf Eis wegen der Uni. Und das ironische ist, das es nicht mal mein Kernfach Anglistik ist, das mich so nervt und beschäftigt, sondern mein Wahlbereich Amerikanistik. Die halten sich einfach für so wichtig und haben so viele bescheuerte Anforderungen, weswegen ich in letzter Zeit fast jede Woche irgendwas wichtiges für American Studies vorzubereiten hatte. Hab die letzten fünf Tage damit verbracht amerikanische Geschichte zu büffeln und mittlerweile gehen mir amerikanische Politiker und Präsidenten noch mehr auf den Sack als vorher.
Was das Lesen angeht, ist das derzeit auch etwas eingefroren, aber wenigstens konnte ich Geschichten beenden, die mich schon so lange gestört haben. Damit meine ich vor allem J.K. Rowling's "Ein plötzlicher Todesfall". Gott, dieses Buch! Schaut euch einfach mal meine Review auf YouTube dazu an, da bekommt ihr mal einen Eindruck, wie viele Nerven mich dieses Buch gekostet hat! Ich hänge auch schon seit einer Weile im dritten Stieg Larsson, nachdem ich die ersten zwei Bände in jeweils drei Tagen gelesen habe. Der dritte Band ist der längste und ich hab das Gefühl, dass es da etwas politisch werden könnte, was nicht unbedingt mein Ding ist. Bin schon bei um die 260 Seiten, was ungefähr ein Drittel ist, was heißt, dass der Brennpunkt der Story noch auf mich wartet. Unterdessen lese ich noch die zweite Autobiographie von Stephen Fry. Letztes Sommer habe ich schon die erste gelesen und da ich ja ein riesen Fan von Stephen Fry bin, habe ich mir natürlich auch begeistert und neugierig dieses Buch geholt. Er ist einfach ein sehr intelligenter und faszinierender Mensch und bisher lese ich unheimlich über seine College-Zeit und Anfänge in der Comedy.
Ja, aber leider bleiben all diese Geschichten und Projekte derzeit auf Stop, weil Uni einfach eine Bitch ist. Bzw. American Studies is a bitch. Und zwei Essays warten auch noch auf mich, wovon einer natürlich auch für American Studies ist. Hurrah! Und das zweite wird eine zehn-seitige Hausarbeit über Religion in Ireland. Spannend! Na ja, das einzige was mir da etwas Entspannung bringt sind die Theaterproben, die für meinen Geschmack fast zu selten sind. Hoffen wir einfach, dass ich die Uni-Sachen demnächst relativ schnell erledigt bekomme, ich morgen bei der Prüfung nicht durchfalle und ich alsbald wieder mehr zu meinen literarischen Dingen komme.
P.S.: Zum Abschluss eine kleine musikalische Empfehlung: ich höre seit zwei Wochen Laurence Fox rauf und runter. Hört ihn euch an, toller und emotionaler Singer-Songwriter.
Lesen und Schreiben sind tatsächlich in letzter Zeit nicht meine aktivsten Dinge. Lesen war eigentlich in den letzten Monaten ganz okay, aber seit zwei Wochen oder so hab ich nicht wirklich meine zwei Bücher angefasst. That's exam stress for you. Schreiben ist eine ganze andere Sache. Die edits für meinen Roman liegen seit Monaten auf Eis. #ResponsibleAuthor Dafür arbeite ich an einigen "neuen" Ideen und die nehmen schon ein wenig Gestalt an:
Eine Idee, deren Titel bisher "Der Mann in der Bibliothek" ist, habe ich schon seit Jahren in meinem Kopf, aber weil ich ja an meinem ersten Buch zu arbeiten hatte, wollte ich das erstmal beiseite lassen. Aber jetzt wo das Schreiben von "Die Legende von Alteria" erledigt ist, kann ich mich endlich anderen Projekten widmen. Für "Der Mann in der Bibliothek" hab ich auf jeden Fall schon eine grobe Vorstellung worum es gehen soll und was die Gestaltung der Fantasy angeht, allerdings gibt es noch keine genauere Outline zum Plot. Aber ich habe schon mehr oder weniger meine Hauptcharaktere ausgearbeitet. Ich will nicht allzu viel sagen, aber die beiden Protagonisten sind der mysteriöse Mann in der Bibliothek *gasp* Nein! *gasp* und der Mitte 20, englische Geschichtsstudent Chesterfield Robinson. Um wenigsten einen Eindruck zu geben, was für eine Art Story das werden soll: stellt es euch vor wie eine Mischung aus Tintenherz, Doctor Who, und Genevieve Cogman's Die Unsichtbare Bibliothek. Ich werde vielleicht auf YouTube da noch etwas drüber reden, haltet da also in nächster Zeit mal Ausschau.
Das zweite Projekt, das ich vor einigen Wochen angefangen habe, war mehr eine spontane Eingebung, die ich sofort aufschreiben wollte, weswegen ich davon tatsächlich zwei Kapitel geschrieben habe. Die Story hat noch nicht wirklich einen Namen, also benutze dafür erstmal einfach den Namen des Protagonisten: Prescott Hills. Prescott ist 44 Jahre alt, kommt aus dem Norden Englands, ist Detective Inspector und ein erfahrener Polizist, der unter Depression und Suizid-Gedanken leidet. Er versucht irgendwie seiner Polizeiarbeit nachzugehen und besucht regelmäßig seinen ehemaligen Polizei-Therapeuten Dr. Ian Byrne, ein Ire im selben Alter wie Prescott. Im Prinzip wird diese Story also eine Mischung aus einem verzwicktem Fall, an dem Prescott mit seiner Abteilung arbeitet, und seinen Gesprächen und seiner Beziehung zu Ian. Die Idee entstammt meinem eigenen mental-Health-Zustand, den Stieg Larsson Büchern, den ich verfallen bin, und der Tatsache, dass ich neulich wieder Life on Mars gesehen habe. Ich bin also in letzter zeit sehr anfällig für diese grimmigen, faszinierenden Krimis/Thriller und wollte auch einfach über einen Charakter schreiben, in dem ich meinen eigenen Zustand etwas verarbeiten kann. Ich hab da auch schon einige Ideen und Anläufe, was da noch kommen sol, aber eine größere Outline fehlt mir noch. Haltet da einfach auch auf YouTube Ausschau für mehr Infos.
Doch das schreiben an sich, liegt ebenso wie das Lesen etwas auf Eis wegen der Uni. Und das ironische ist, das es nicht mal mein Kernfach Anglistik ist, das mich so nervt und beschäftigt, sondern mein Wahlbereich Amerikanistik. Die halten sich einfach für so wichtig und haben so viele bescheuerte Anforderungen, weswegen ich in letzter Zeit fast jede Woche irgendwas wichtiges für American Studies vorzubereiten hatte. Hab die letzten fünf Tage damit verbracht amerikanische Geschichte zu büffeln und mittlerweile gehen mir amerikanische Politiker und Präsidenten noch mehr auf den Sack als vorher.
Was das Lesen angeht, ist das derzeit auch etwas eingefroren, aber wenigstens konnte ich Geschichten beenden, die mich schon so lange gestört haben. Damit meine ich vor allem J.K. Rowling's "Ein plötzlicher Todesfall". Gott, dieses Buch! Schaut euch einfach mal meine Review auf YouTube dazu an, da bekommt ihr mal einen Eindruck, wie viele Nerven mich dieses Buch gekostet hat! Ich hänge auch schon seit einer Weile im dritten Stieg Larsson, nachdem ich die ersten zwei Bände in jeweils drei Tagen gelesen habe. Der dritte Band ist der längste und ich hab das Gefühl, dass es da etwas politisch werden könnte, was nicht unbedingt mein Ding ist. Bin schon bei um die 260 Seiten, was ungefähr ein Drittel ist, was heißt, dass der Brennpunkt der Story noch auf mich wartet. Unterdessen lese ich noch die zweite Autobiographie von Stephen Fry. Letztes Sommer habe ich schon die erste gelesen und da ich ja ein riesen Fan von Stephen Fry bin, habe ich mir natürlich auch begeistert und neugierig dieses Buch geholt. Er ist einfach ein sehr intelligenter und faszinierender Mensch und bisher lese ich unheimlich über seine College-Zeit und Anfänge in der Comedy.
Ja, aber leider bleiben all diese Geschichten und Projekte derzeit auf Stop, weil Uni einfach eine Bitch ist. Bzw. American Studies is a bitch. Und zwei Essays warten auch noch auf mich, wovon einer natürlich auch für American Studies ist. Hurrah! Und das zweite wird eine zehn-seitige Hausarbeit über Religion in Ireland. Spannend! Na ja, das einzige was mir da etwas Entspannung bringt sind die Theaterproben, die für meinen Geschmack fast zu selten sind. Hoffen wir einfach, dass ich die Uni-Sachen demnächst relativ schnell erledigt bekomme, ich morgen bei der Prüfung nicht durchfalle und ich alsbald wieder mehr zu meinen literarischen Dingen komme.
P.S.: Zum Abschluss eine kleine musikalische Empfehlung: ich höre seit zwei Wochen Laurence Fox rauf und runter. Hört ihn euch an, toller und emotionaler Singer-Songwriter.
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Donnerstag, 30. März 2017
Buchmesse (ohne viele Bücher)
Die Buchmesse war ein voller Erfolg! Auch wenn ich ohne Bücher nach Hause gekommen bin. Dafür aber mit viel Merchandise und einigen Manga ^^ Es hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht, jeder einzelne Tag hat sehr viele (positive) Eindrücke hinterlassen und ich freue mich schon sehr auf nächstes Jahr.
Es ist voll. Es war zwar schon immer voll auf der LBM aber dieses mal sogar noch mehr. Selbst der Donnerstag war für seine Verhältnisse ungewöhnlich stark besucht, was an den vielen Schulklassen liegen könnte. Aber gut. Alles ist besser, als der Samstag. Und am ersten Tag habe ich sogleich mein Highlight gefunden und zwar den BBC Sherlock Manga! Wie ihr vielleicht wisst, bin ich ein großer Sherlock Holmes Fan und von der Serie ebenso. Ich habe den manga vor ein paar Jahren bereits online entdeckte und war überrascht und erfreut ihn jetzt hier in Deutschland zu sehen. Der Stil is wirklich toll und trifft die Charaktere sehr gut und es ist auf jeden Fall ein Muss für jeden Fan der Serie, die Folgen nochmal in diesem Format zu erleben. Hinzu kam dann auch noch der neue Band von Lupus In Fabula, welcher leider der letzte Band der Reihe ist, aber dennoch weiterhin die interessanten Figuren und Storylines gut weiterführt. Hinzu kam dann noch einiger Merchandise von Gotham (yay!) und natürlich, wie immer, einige Buttons für Jacke und Rucksack und Postkarten.
Freitag war es an der Zeit mir mein erstes Cosplay überzustreifen. Nämlich Edward Nygma aus Gotham und es hat mich wirklich unheimlich gefreut, dass Leute mich darin erkannt und Fotos gemacht haben. Auf Instagram findet ihr ein paar Bilder zu meinen Cosplays, schaut da einfach mal rein. An dem Tag haben wir uns auch die Cosplays von Marvel und DC auf der Bühne angesehen und ich war einfach total begeistert. wie viel Arbeit die Leute da reinstecken ist echt unglaublich! Meine DC Freude hat an dem Tag auch übernommen, da ich mir neue Funko-Figuren geholt habe, die ich schon länger im Auge hatte, und dass ich dann natürlich auch noch Oswald Cobblepot aus Gotham gefunden habe, war mein Glück! Ich hab mir auch ein Plüschtier zugelegt (ja, ihr habt richtig gehört) von dem japanischen Spiel Danganronpa. Falls das irgendeiner kennt, bitte sagt mir Bescheid! Durch die Glashalle sind wir auch gelaufen und sind einigen echt tollen Cosplayern begegnet, unter anderem von Fantastic Beasts, Gotham und Love Live.
Und dann kam er. Der gefürchtete Samstag. Es war voll, stickig, voll, eng und voll. Ein typischer Samstag auf der Messe eben. Aber Mein Oswald Cobblepot Cosplay hat wenigstens dabei geholfen mich nicht allzu unwohl zu fühlen und auch die Cosplays, die wir beim großen Wettbewerb gesehen haben, haben da auch sehr gut abgelenkt. Man quetscht sich durch die Mengen und die warme Glashalle, wobei man nicht mal zehn Minuten an einem Stand in Ruhe stehen kann. Na ja, aber so sind sie halt die Samstage. Aber Hauptsache es macht Spaß ^^ Und, dass ich meine Manga holen kann. Jetzt bin ich nämlich endlich auch bei Black Butler wieder auf dem neusten Stand.
Tja und am Sonntag haut man nochmal so sein letztes Geld raus. In einem Jim Moriarty Cosplay kommt das natürlich auch besonders gut an ^^' Aber der Sonntag war ein relativ ruhiger Tag, gut zum ausklingen einer schönen Messe. Wir haben uns am Morgen den neuen One Piece Gold Film angesehen, der mir sehr gut gefallen hat und sind noch ein letztes Mal durch die Hallen geschlendert und die Cosplayer betrachtet. Eine neue Figur hat noch ihren Platz bei mir gefunden und dann sind wir müde, aber glücklich am Abend nach Hause gefahren.
Tja und somit hat die Buchmesse einmal mehr hr Ende gefunden. Es war zwar anstrengend, aber es hat auch unheimlich Spaß gemacht und ich habe echt nette Leute getroffen und tolle Sachen erwerben können. Die Buchmesse ist halt immer ein Erlebnis für sich, dass einem nie langweilig wird. Wer noch ein bisschen mehr hören will, kann sich auch meine Vlog dazu hier ansehen. Ich hoffe ihr anderen Leute hattet auch eine gute Zeit auf der Messe und vielleicht sieht man sich nächstes Jahr dort ^^
Dienstag, 21. März 2017
Schreiben, Lesen, Schreiben, Buchmesse, Schreiben
Ich muss sagen, es läuft. Ganz ehrlich, ich komme beim Schreiben in letzter Zeit besser voran, als in den ganzen letzten Monaten. Das liegt wohl daran, dass ich jetzt beim Überarbeiten meines Manuskripts so weit bin, dass ich mein handgeschriebenes Zeug nur noch eintippen muss, weil die Qualität des Geschrieben endlich gut genug ist. Das kommt davon, wenn man acht Jahre braucht, um ein Buch zu schreiben. Der Stil ändert sich und wow! hat sich mein Stil verändert. Ihr wollt nicht die ersten zehn Kapitel meines ersten Manuskripts lesen, damals als ich 12/13 Jahre alt war. Aber gut, besser spätere Entwicklung als gar keine.
Ich hab mir sonst immer vorgenommen mindestens eintausend Wörter am Tag zu schaffen. Wenn ich denn mal meine tägliche Schreib-Routine einhielt. Mittlerweile sind das teilweise bis zu fünftausend Wörter geworden, was mich echt freut. Hier und da überarbeite ich auch schon beim abtippen, weil ich merke, dass ich Tendenzen habe sehr Shakespeare-mäßig zu werden; also sehr ausschweifend und wiederholend in meinen (emotionalen) Beschreibungen, obwohl der Leser schon seit fünf Sätzen verstanden hat worum es denn geht. Deswegen bin ich jetzt schon gezwungen hier und da Abzüge zu machen. Allerdings merke ich auch, dass ich Sachen hinzufüge, weil das Ideen oder Gedanken sind, die ich ich vor drei Jahren noch nicht hatte. Das bezieht meist wieder auf irgendwelche wichtigen Background oder Worldbuilding Details, über die ich mir damals noch keine Gedanken gemacht habe, aber jetzt eine ganz interessante Rolle spielen.
So komm ich dem Ende mit jedem Tag näher und näher. Gute 140 Seiten muss ich noch abtippen, dann steht zumindest mal das ganze Dokument in meinem Computer. Damit wäre dann wenigstens das zweite Manuskript fertig und ich kann mich an wichtigere Überarbeitungen ransetzen, von denen ich jetzt schon weiß, dass die mich zwar nerven werden, aber auch wichtig sind.
Die Extra-Zeit, die ich in meine Schreibereien stecke, gehen beim Lesen allerdings verloren. Ich hab in Februar und März es bisher geschafft nur zwei Bücher zu lesen und einige Mangas. Das Problem ist, dass ich in den Ferien nicht meine täglichen Bahnfahrten habe, in denen ich sonst jeden Morgen lese. Und hier Zuhause beschäftige ich mich meist mit meinen Serien und Filmen oder arbeite an meinem Buch und da bin ich abends zu müde, um nochmal ein Buch zu Hand zur nehmen. Na ja, aber ist ja nicht so, dass ich gar nicht mehr lese. Vor ein paar Tagen hab ich endlich angefangen J.K. Rowlings "A Casual Vacancy" (Ein Plötzlicher Todesfall) zu lesen. Das ist mein erstes Buch von ihr, dass nichts mit Harry Potter zutun hat, worüber ich sehr aufgeregt bin, eben auch weil ich meist gemixte Reviews zu diesem Buch gesehen habe. Ich bin noch nicht sehr weit, dreißig Seiten oder so, aber ich muss sagen, dass es mir wenigstens vom Stil her immer noch genau so gut gefällt, wie Rowlings andere Bücher.
Diese Woche steht auch endlich wieder die Buchmesse in Leipzig an und ich freu mich schon riesig drauf! Ich werde jeden Tag mit ein paar Freunden da sein und wir drängeln uns durch die Massen und versuchen dabei keine Panikattacke zu bekommen. Hat letztes Jahr mit viel Selbstbeherrschung und Augenzu bei mir einigermaßen funktioniert. Was tut man nicht alles für seine geliebte Lektüre? Ich werde die größte Zeit wieder in der Halle 1, also auf der Anime-Convention verbringen, weil das eben mein Bereich ist, da kann ich immer ganz Geek sein. Aber ich denke mal, dass ich auch mal in den anderen hallen rumschauen werden, schließlich gibt es ja einiges zu entdecken. Ich freu mich auch schon drauf wieder im Cosplay unterwegs zu sein, die LBM ist der einzige Ort jedes Jahr, wo ich das mal öffentlich machen kann. Für dieses Jahr stehen Edward Nygma und Oswald Cobblepot aus Gotham und Jim Moriarty aus Sherlock auf dem Plan. Wenn ihr mich sehen solltet, nicht erschrecken oder denken ich wirke anders als sonst. Ich bin zwar ängstlich, aber auf der Buchmesse sind wir ja alle irgendwie gleich drauf, da vereint uns alle die Liebe für Literatur.
Das wird also eine aufregende Woche, aber wenigstens läuft ansonsten alles gut. Ich sollte mich zwar mal wieder mehr meinen Büchern widmen (im Sinne von lesen), doch dass es beim Schreiben so gut vorangeht ist auf jeden Fall echt gut. Wenn ihr da noch mehr zu erfahren wollt, wie es beim Schreiben läuft, checkt einfach mal meinen YouTube-Kanal, da habe ich mit einem neuen Videoprojekt angefangen. Apropos schreiben, da sollte ich mich jetzt mal wieder ranmachen, ich hab heute noch gar nichts für mein Buch gemacht.
Ich hab mir sonst immer vorgenommen mindestens eintausend Wörter am Tag zu schaffen. Wenn ich denn mal meine tägliche Schreib-Routine einhielt. Mittlerweile sind das teilweise bis zu fünftausend Wörter geworden, was mich echt freut. Hier und da überarbeite ich auch schon beim abtippen, weil ich merke, dass ich Tendenzen habe sehr Shakespeare-mäßig zu werden; also sehr ausschweifend und wiederholend in meinen (emotionalen) Beschreibungen, obwohl der Leser schon seit fünf Sätzen verstanden hat worum es denn geht. Deswegen bin ich jetzt schon gezwungen hier und da Abzüge zu machen. Allerdings merke ich auch, dass ich Sachen hinzufüge, weil das Ideen oder Gedanken sind, die ich ich vor drei Jahren noch nicht hatte. Das bezieht meist wieder auf irgendwelche wichtigen Background oder Worldbuilding Details, über die ich mir damals noch keine Gedanken gemacht habe, aber jetzt eine ganz interessante Rolle spielen.
So komm ich dem Ende mit jedem Tag näher und näher. Gute 140 Seiten muss ich noch abtippen, dann steht zumindest mal das ganze Dokument in meinem Computer. Damit wäre dann wenigstens das zweite Manuskript fertig und ich kann mich an wichtigere Überarbeitungen ransetzen, von denen ich jetzt schon weiß, dass die mich zwar nerven werden, aber auch wichtig sind.
Die Extra-Zeit, die ich in meine Schreibereien stecke, gehen beim Lesen allerdings verloren. Ich hab in Februar und März es bisher geschafft nur zwei Bücher zu lesen und einige Mangas. Das Problem ist, dass ich in den Ferien nicht meine täglichen Bahnfahrten habe, in denen ich sonst jeden Morgen lese. Und hier Zuhause beschäftige ich mich meist mit meinen Serien und Filmen oder arbeite an meinem Buch und da bin ich abends zu müde, um nochmal ein Buch zu Hand zur nehmen. Na ja, aber ist ja nicht so, dass ich gar nicht mehr lese. Vor ein paar Tagen hab ich endlich angefangen J.K. Rowlings "A Casual Vacancy" (Ein Plötzlicher Todesfall) zu lesen. Das ist mein erstes Buch von ihr, dass nichts mit Harry Potter zutun hat, worüber ich sehr aufgeregt bin, eben auch weil ich meist gemixte Reviews zu diesem Buch gesehen habe. Ich bin noch nicht sehr weit, dreißig Seiten oder so, aber ich muss sagen, dass es mir wenigstens vom Stil her immer noch genau so gut gefällt, wie Rowlings andere Bücher.
Diese Woche steht auch endlich wieder die Buchmesse in Leipzig an und ich freu mich schon riesig drauf! Ich werde jeden Tag mit ein paar Freunden da sein und wir drängeln uns durch die Massen und versuchen dabei keine Panikattacke zu bekommen. Hat letztes Jahr mit viel Selbstbeherrschung und Augenzu bei mir einigermaßen funktioniert. Was tut man nicht alles für seine geliebte Lektüre? Ich werde die größte Zeit wieder in der Halle 1, also auf der Anime-Convention verbringen, weil das eben mein Bereich ist, da kann ich immer ganz Geek sein. Aber ich denke mal, dass ich auch mal in den anderen hallen rumschauen werden, schließlich gibt es ja einiges zu entdecken. Ich freu mich auch schon drauf wieder im Cosplay unterwegs zu sein, die LBM ist der einzige Ort jedes Jahr, wo ich das mal öffentlich machen kann. Für dieses Jahr stehen Edward Nygma und Oswald Cobblepot aus Gotham und Jim Moriarty aus Sherlock auf dem Plan. Wenn ihr mich sehen solltet, nicht erschrecken oder denken ich wirke anders als sonst. Ich bin zwar ängstlich, aber auf der Buchmesse sind wir ja alle irgendwie gleich drauf, da vereint uns alle die Liebe für Literatur.
Das wird also eine aufregende Woche, aber wenigstens läuft ansonsten alles gut. Ich sollte mich zwar mal wieder mehr meinen Büchern widmen (im Sinne von lesen), doch dass es beim Schreiben so gut vorangeht ist auf jeden Fall echt gut. Wenn ihr da noch mehr zu erfahren wollt, wie es beim Schreiben läuft, checkt einfach mal meinen YouTube-Kanal, da habe ich mit einem neuen Videoprojekt angefangen. Apropos schreiben, da sollte ich mich jetzt mal wieder ranmachen, ich hab heute noch gar nichts für mein Buch gemacht.
Freitag, 24. Februar 2017
Wie läuft's denn eigentlich?
Tja, lang ist's her. Und da denkt man mal, dass Universität doch nicht so einnehmend ist, wie es im ersten Semester noch wirkt. Ja, die Uni hat mich die letzten Monate ziemlich beschäftigt gehalten, zusammen mit persönlichem Bla-Bla und anderen Schreibereien, die momentan etwas wichtiger sind, kommt man leider nicht immer dazu auf seinem eigenen Blog zu schreiben. Ja, ich weiß... mehrere Monate nichts ist auch nicht schön, aber na ja... Besser spät oder ab und zu, als gar nichts, richtig?
Wie gesagt, Uni hält einen ganz schön beschäftigt. Ich musste dieses Semester zwei Essays schreiben, von dem der eine immer noch nicht fertig ist (aber wenigstens in Arbeit). Außerdem gab es dieses Semester einige Klassen, die im Endeffekt doch nicht so toll sind wie gedacht; und da soll man mal meinen American Studies wäre genauso wie Anglistik. *hust* nicht *hust*. Es hat sich auch einmal mehr wieder herausgestellt, dass ich mich einfach nicht mit Linguistik anzufreunden weiß. Ja, ich mag die englische Sprache, aber selbst meine Interesse dafür kann diesen wissenschaftlichen, überkomplexen Wirrwarr, der Linguistik ist, nicht einfacher oder verständlicher machen. Das einzige, was mich hier am Leben erhalten hat, ist das Feld der Sprachgeschichte (weil ich für Geschichte schon immer was übrig hatte), aber der ganze Rest der Sprachwissenschaft... nein, einfach nicht mein Ding. Wenn ich so gut in Wissenschaften in der Schule gewesen wäre,würde ich jetzt keine Sprache studieren, seht ihr das Problem? Na ja, aber wenigstens darf ich mich auch mit Dingen beschäftigen, die mir gefallen. Der Essay, an dem ich derzeit arbeite ist nämlich über Hamlet und wer mich kennt, weiß, dass ich ein absoluter Shakespeare-Freak bin und man mich mit Hamlet immer begeistern kann. Zugegeben, selbst da macht Essay schreiben nicht immer Spaß, aber wenigstens ist es etwas, was mir nicht nach zehn Minuten auf den Geist geht. (Was ein wenig ironisch klingt, weil es in meinem Essay um den Geist in Hamlet geht...)
Ein anderes Highlight, was mich in den Herbst- und Wintermonaten auf Trapp gehalten hat, war das Theater. Ja, ich konnte endlich nach all mal richtig auf der Bühne stehen und schauspielern! Für mich war das ein Traum, der wahr geworden ist und dann auch noch in einem Theaterstück auf englisch! Ich durfte Jason spielen, ein 21jähriger, der sich gern mit Etymologie und Sprachwissenschaft (haha, welch Ironie...) beschäftigt und etwas, na ja, anders ist. Seine Mutter vermutlich nämlich, dass er am Asperger-Syndrom leidet, auch wenn Jason das natürlich verneint. Das war wirklich ein toller Charakter zum spielen, sobald die Leute eben etwas seltsam und anders sind, kann ich sofort eine Verbindung zu ihnen aufbauen und Jasons Geek-Seite hat mir sofort zugesagt. Anfang Dezember hatten meine drei Schauspiel-Partner und ich dann unsere Auftritte und es war wirklich jedes Mal absolut magisch. Das ist eine der tollsten Erfahrungen, die ich bisher in meinem Leben hatte und ich bin froh, dass ich mir dafür die Zeit genommen habe.
Aber wie sieht es denn mit meinen Schreibereien aus? Nun ja, seit ich dem Gotham Fandom beigetreten bin, schreibe ich wieder mal ordentlich FanFiktion und mir vergeht daran nie die Laune, erst recht nicht bei Gotham. Schaut die Serie, wenn ihr sie noch nicht kennt, ich kann euch garantieren, dass nicht nur die Comic Fans daran Gefallen finden werden ^^. Aber natürlich arbeite ich auch weiterhin an meinem Buch und ich muss sagen, dass ich durchaus Fortschritte mache. Ich habe jetzt bald die 90,000 Marke erreicht und würde sagen, dass ich somit in etwa bei der Hälfte bin. Ich stecke noch immer beim Abtippen und den Rewrites, aber wenigstens werden die Überarbeitungen weniger mühsam je weiter ich komme. Ich stelle immer mehr fest, wie sehr ich mich als Schreiber über die Jahre verändert habe. Die Anfänge meines ersten Manuskript schreien förmlich "Das hat ein 12jähriger geschrieben!" und waren sehr, sehr simpel und voller Logikfehler usw. Das hat mir beim überarbeiten der ersten zehn Kapitel einige Arbeit gemacht das auszubügeln und ich werde bestimmt auch noch beim nächsten Manuskript daran feilen müssen. Ich habe mich auch von einem deutlichen under-writer zu einem over-writer entwickelt, ich sehe es jetzt schon kommen: unzählige Worte und Szenen, die ich irgendwann streichen muss, wenn ich mein Buch weiter überarbeite. Aber gut Ding will Weile haben. Wenigstens geht es voran, auch wenn ich es nicht immer schaffe täglich zu schreiben.
Ja, so sieht es also derzeit aus. Tut mir Leid, dass ich hier nicht so viel aktiv bin, aber auf YouTube zumindest gibt es jede Woche neue Videos, also schaut da mal rein. Ich hab die letzten Monate einige interessante Bücher gelesen, die ich auch teilweise vorgestellt habe, vielleicht kennt ihr auch einige davon. Derzeit stecke ich in um die vier oder fünf Bücher, ich sollte mich da echt mal für ein entscheiden und das durchlesen ^^'. Bei Goodreads könnt ihr sehen was genau ich denn mir da grad so antue und wie weit ich da bin. Das war's für dieses Update und hoffen wir mal, dass das nächste nicht erst wieder im Sommer kommt.
Wie gesagt, Uni hält einen ganz schön beschäftigt. Ich musste dieses Semester zwei Essays schreiben, von dem der eine immer noch nicht fertig ist (aber wenigstens in Arbeit). Außerdem gab es dieses Semester einige Klassen, die im Endeffekt doch nicht so toll sind wie gedacht; und da soll man mal meinen American Studies wäre genauso wie Anglistik. *hust* nicht *hust*. Es hat sich auch einmal mehr wieder herausgestellt, dass ich mich einfach nicht mit Linguistik anzufreunden weiß. Ja, ich mag die englische Sprache, aber selbst meine Interesse dafür kann diesen wissenschaftlichen, überkomplexen Wirrwarr, der Linguistik ist, nicht einfacher oder verständlicher machen. Das einzige, was mich hier am Leben erhalten hat, ist das Feld der Sprachgeschichte (weil ich für Geschichte schon immer was übrig hatte), aber der ganze Rest der Sprachwissenschaft... nein, einfach nicht mein Ding. Wenn ich so gut in Wissenschaften in der Schule gewesen wäre,würde ich jetzt keine Sprache studieren, seht ihr das Problem? Na ja, aber wenigstens darf ich mich auch mit Dingen beschäftigen, die mir gefallen. Der Essay, an dem ich derzeit arbeite ist nämlich über Hamlet und wer mich kennt, weiß, dass ich ein absoluter Shakespeare-Freak bin und man mich mit Hamlet immer begeistern kann. Zugegeben, selbst da macht Essay schreiben nicht immer Spaß, aber wenigstens ist es etwas, was mir nicht nach zehn Minuten auf den Geist geht. (Was ein wenig ironisch klingt, weil es in meinem Essay um den Geist in Hamlet geht...)
Ein anderes Highlight, was mich in den Herbst- und Wintermonaten auf Trapp gehalten hat, war das Theater. Ja, ich konnte endlich nach all mal richtig auf der Bühne stehen und schauspielern! Für mich war das ein Traum, der wahr geworden ist und dann auch noch in einem Theaterstück auf englisch! Ich durfte Jason spielen, ein 21jähriger, der sich gern mit Etymologie und Sprachwissenschaft (haha, welch Ironie...) beschäftigt und etwas, na ja, anders ist. Seine Mutter vermutlich nämlich, dass er am Asperger-Syndrom leidet, auch wenn Jason das natürlich verneint. Das war wirklich ein toller Charakter zum spielen, sobald die Leute eben etwas seltsam und anders sind, kann ich sofort eine Verbindung zu ihnen aufbauen und Jasons Geek-Seite hat mir sofort zugesagt. Anfang Dezember hatten meine drei Schauspiel-Partner und ich dann unsere Auftritte und es war wirklich jedes Mal absolut magisch. Das ist eine der tollsten Erfahrungen, die ich bisher in meinem Leben hatte und ich bin froh, dass ich mir dafür die Zeit genommen habe.
Aber wie sieht es denn mit meinen Schreibereien aus? Nun ja, seit ich dem Gotham Fandom beigetreten bin, schreibe ich wieder mal ordentlich FanFiktion und mir vergeht daran nie die Laune, erst recht nicht bei Gotham. Schaut die Serie, wenn ihr sie noch nicht kennt, ich kann euch garantieren, dass nicht nur die Comic Fans daran Gefallen finden werden ^^. Aber natürlich arbeite ich auch weiterhin an meinem Buch und ich muss sagen, dass ich durchaus Fortschritte mache. Ich habe jetzt bald die 90,000 Marke erreicht und würde sagen, dass ich somit in etwa bei der Hälfte bin. Ich stecke noch immer beim Abtippen und den Rewrites, aber wenigstens werden die Überarbeitungen weniger mühsam je weiter ich komme. Ich stelle immer mehr fest, wie sehr ich mich als Schreiber über die Jahre verändert habe. Die Anfänge meines ersten Manuskript schreien förmlich "Das hat ein 12jähriger geschrieben!" und waren sehr, sehr simpel und voller Logikfehler usw. Das hat mir beim überarbeiten der ersten zehn Kapitel einige Arbeit gemacht das auszubügeln und ich werde bestimmt auch noch beim nächsten Manuskript daran feilen müssen. Ich habe mich auch von einem deutlichen under-writer zu einem over-writer entwickelt, ich sehe es jetzt schon kommen: unzählige Worte und Szenen, die ich irgendwann streichen muss, wenn ich mein Buch weiter überarbeite. Aber gut Ding will Weile haben. Wenigstens geht es voran, auch wenn ich es nicht immer schaffe täglich zu schreiben.
Ja, so sieht es also derzeit aus. Tut mir Leid, dass ich hier nicht so viel aktiv bin, aber auf YouTube zumindest gibt es jede Woche neue Videos, also schaut da mal rein. Ich hab die letzten Monate einige interessante Bücher gelesen, die ich auch teilweise vorgestellt habe, vielleicht kennt ihr auch einige davon. Derzeit stecke ich in um die vier oder fünf Bücher, ich sollte mich da echt mal für ein entscheiden und das durchlesen ^^'. Bei Goodreads könnt ihr sehen was genau ich denn mir da grad so antue und wie weit ich da bin. Das war's für dieses Update und hoffen wir mal, dass das nächste nicht erst wieder im Sommer kommt.
Montag, 1. August 2016
Update: Rewrites, Rewrites, Rewrites...
Ich weiß, dass es sehr lange her ist, dass ich gebloggt habe.Und das obwohl ich mir zu Beginn dieses Blogs vorgenommen habe wenigstens aller zwei Wochen oder so hier mal zu posten. Tja, das hat ja super funktioniert... Wenigstens auf meinem YouTube-Kanal hat das regelmäßige Uploaden bisher erstaunlich gut funktioniert, also wenn ihr hier nichts seht, könnt ihr wenigstens dort immer mal reinschauen. Ich dachte mir aber, dass ich euch wenigstens mal up-to-date bringen könnte, denn immerhin wollte ich ja diesen Blog nutzen, um von den Qualen und Problemen des Schreibens zu berichten.
Wenn ihr euch noch an die weit entfernte Vergangenheit des Mais zurückerinnert, werdet ihr vielleicht den Blogpost gelesen haben nachdem ich endlich das erste Manuskript meines Buches beendet habe. Ich war sehr erfreut an diesem Tag, aber nicht für lang, weil mir klar war, dass trotzdem noch sehr viel Arbeit vor mir liegen würde. Und damit hatte ich mehr als recht.
Die vergangenen Wochen saß ich fast jeden Tag an meinem Laptop und habe wie ein Wilder mein ganzes Buch umgeschrieben. Also nicht das ganze. Das dauert noch bis dahin. Aber was ich alles schon umgeschrieben habe ist echt unglaublich. Da kann man mal sehen, was man als Zwölfjähriger zusammenschreibt, wovon die Hälfte im Prinzip komplett rausgehauen werden muss. Manchmal denke ich mir, dass es für einen Zwölfjährigen gar nicht so schlecht geschrieben war, Tatsache ist aber, dass ich jetzt aber sieben Jahre später hier sitze und ich diese ganzen Logik- und Stilfehler ausarbeiten muss.
Ich habe früher sehr simpel geschrieben. Viele Hauptsätze, kurze Sätze, wenig Erklärung und einfach schnell weiter. Die Liebe zum Detail, für Erklärungen und Logik scheine ich erst mit den Jahren zu entwickelt habe. Man sieht das wirklich sehr gut an den Zahlen: im ersten Manuskript bin ich Story-mäßig auf Seite 72. Jetzt in der Überarbeitung auf Seite 170. Aber trotzdem gleiches Kapitel! Ob das jetzt gut oder schlecht ist sei mal dahin gestellt. Man muss auch sagen, dass ich mich vom Under-Writer zum Over-Writer entwickelt habe. Mein erstes Manuskript war zu wenig und wenn ich diese ersten Rewrites durch habe, wird es bestimmt zu viel sein. Und dann heißt es wieder umschreiben.
Das Positive an der ganzen Sache ist, dass ich wenigstens nicht mehr mit der Story daherkommen muss. Die ist wenigstens endlich festgesetzt und fertig, ich setze jetzt nur noch Erklärungen und Details dazu. Es wird noch eine Weile dauern, bis ich diese ganzen Rewrites fertig habe, aber zum Glück wird der Schreibstil meines ersten Manuskripts stetig besser, so dass ich bald nur noch abtippen und nicht komplett umschreiben muss.
So sieht's also derzeit aus. Eine Menge zu arbeiten und umzuschreiben, aber wenigstens geht es voran. Ich versuche in nächster Zeit daran zu denken hier mal wieder öfters zu bloggen. Eventuell werde ich ein paar meiner YouTube Videos in schriftliche Form umsetzen, so dass ihr die Tipps auch hier nachlesen könnt. Bis dahin kehre ich zu meinen Rewrites zurück.
Wenn ihr euch noch an die weit entfernte Vergangenheit des Mais zurückerinnert, werdet ihr vielleicht den Blogpost gelesen haben nachdem ich endlich das erste Manuskript meines Buches beendet habe. Ich war sehr erfreut an diesem Tag, aber nicht für lang, weil mir klar war, dass trotzdem noch sehr viel Arbeit vor mir liegen würde. Und damit hatte ich mehr als recht.
Die vergangenen Wochen saß ich fast jeden Tag an meinem Laptop und habe wie ein Wilder mein ganzes Buch umgeschrieben. Also nicht das ganze. Das dauert noch bis dahin. Aber was ich alles schon umgeschrieben habe ist echt unglaublich. Da kann man mal sehen, was man als Zwölfjähriger zusammenschreibt, wovon die Hälfte im Prinzip komplett rausgehauen werden muss. Manchmal denke ich mir, dass es für einen Zwölfjährigen gar nicht so schlecht geschrieben war, Tatsache ist aber, dass ich jetzt aber sieben Jahre später hier sitze und ich diese ganzen Logik- und Stilfehler ausarbeiten muss.
Ich habe früher sehr simpel geschrieben. Viele Hauptsätze, kurze Sätze, wenig Erklärung und einfach schnell weiter. Die Liebe zum Detail, für Erklärungen und Logik scheine ich erst mit den Jahren zu entwickelt habe. Man sieht das wirklich sehr gut an den Zahlen: im ersten Manuskript bin ich Story-mäßig auf Seite 72. Jetzt in der Überarbeitung auf Seite 170. Aber trotzdem gleiches Kapitel! Ob das jetzt gut oder schlecht ist sei mal dahin gestellt. Man muss auch sagen, dass ich mich vom Under-Writer zum Over-Writer entwickelt habe. Mein erstes Manuskript war zu wenig und wenn ich diese ersten Rewrites durch habe, wird es bestimmt zu viel sein. Und dann heißt es wieder umschreiben.
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| Arbeitsplatz |
Das Positive an der ganzen Sache ist, dass ich wenigstens nicht mehr mit der Story daherkommen muss. Die ist wenigstens endlich festgesetzt und fertig, ich setze jetzt nur noch Erklärungen und Details dazu. Es wird noch eine Weile dauern, bis ich diese ganzen Rewrites fertig habe, aber zum Glück wird der Schreibstil meines ersten Manuskripts stetig besser, so dass ich bald nur noch abtippen und nicht komplett umschreiben muss.
So sieht's also derzeit aus. Eine Menge zu arbeiten und umzuschreiben, aber wenigstens geht es voran. Ich versuche in nächster Zeit daran zu denken hier mal wieder öfters zu bloggen. Eventuell werde ich ein paar meiner YouTube Videos in schriftliche Form umsetzen, so dass ihr die Tipps auch hier nachlesen könnt. Bis dahin kehre ich zu meinen Rewrites zurück.
Mittwoch, 25. Mai 2016
Review - Das letzte Einhorn
Das letzte Einhorn ist ein Fantasy-Klassiker. So zumindest war mein Eindruck, als ich mir dieses Buch zugelegt habe und die tollen Beurteilungen darüber gelesen habe. Es gibt auch einen ebenfalls sehr bekannten Animations-Film von dieser Geschichte, welche viele Menschen begeistert. Es ist schon etwas zwei Wochen her, dass ich dieses Buch gelesen habe, aber da ich mal wieder eine Review schreiben wollte, und ich hierzu wahrscheinlich kein Video machen werde, dachte ich mir, dass ich wenigstens hier darüber schreibe.
Wie immer kann ich auch hier nur wieder von der englischen Version her urteilen (wie das Bild unschwer erkennen lässt), jedoch wird das wohl kaum im Weg dieser Rezension stehen und außerdem ist es doch schön solch einen Klassiker im Original zu erfahren.
Hier erstmal kurz der Inhalt: Das Einhorn lebte in einem lilafarbenen Wald und sie lebte ganz allein, also verlässt sie die Sicherheit des verwunschenen Waldes, um die anderen ihrer Art zu finden. Begleitet von dem zerstreuten Zauberer Schmendrick und der unerschütterlichen Molly Grue, lernt das Einhorn alles über die Freuden und Leiden des Lebens und der Liebe, bevor sie ihrem Schicksal in der Burg eines niedergeschlagenen Monarchen begegnet - und die Kreatur konfrontiert, die ihre Art zum Aussterben treiben würde.
Das Buch meiner Ausgabe besitzt 294 Seiten, welche in 14 Kapitel unterteilt sind. Die Schrift war groß und die Story ist relativ schnell erzählt, somit dauert es nicht lange, bis man dieses Buch durch hat.
Das letzte Einhorn liest sich wie ein Märchen. Es is erkennbar, das es versucht nicht unbedingt eins zu sein, jedoch scheitert an der Art seiner Erzählung und Figuren und Thematiken. Die ganze Atmosphäre des Buches erinnert an eine Grimm'sche Erzählung, was nicht als etwas Negatives verstanden werden darf, jedoch fallen manche Charaktere und Storyelemente (wie eine Prophezeiung) eben dieser Märchen-Ähnlichkeit zum Opfer.
Die Charaktere der Story sind ganz nett gestaltet und angenehm zu lesen, besonders Schmendrick und Molly haben mir gefallen. Allerdings ist mir auch aufgefallen, dass die Entwicklung der Charaktere selbst nicht sehr groß ist. Sie erleben ein Abenteuer, werden davon aber nicht wirklich beeinflusst oder verändert, zumindest hatte ich nicht das Gefühl, dass sich für irgendjemanden, außer dem Einhorn, sich groß etwas geändert hat. Jedoch sind sind die prominenten Aspekte der Charaktere an sich sehr angenehm gestaltet, so dass man dennoch gern die Dialoge und Erzählungen der Figuren liest.
Die Story an sich ist nicht sehr komplex und wie bereits gesagt schnell erzählt. Die Geschichte vollführt den klassischen Bogen des Aufbaus, so dass man vom Tempo her gut voran kommt und es nur wenige Stellen gibt, die irritieren. Große Überraschungen selbst in der Story nicht enthalten, was der Geschichte aber keinen Schaden antut.
Der Schreibstil von Peter S. Beagle ist im allgemeinen angenehm zu lesen, er bringt einen mit gutem Tempo und interessanten Eindrücken durch die Geschichte. Beschreibungen und Eindrücke vor allem sind sehr prominent und toll geschrieben, jedoch hat Beagle die Tendenz sich manchmal etwas in seiner blumigen/metaphorischen Sprache zu verlieren, so dass die Beschreibungen etwas übernommen klingen. An sich stört dies nicht den Lesefluss, nur wird es nach einer Weile sehr auffällig wenn man erneut "weiß wie Meerschaum" liest und ähnliche Beschreibungen.
Das folgende wird wahrscheinlich vielen nicht gefallen, aber ich hab das Gefühl, dass ich es dennoch sagen muss: für mich war es nicht der großartige Fantasy-Klassiker, den ich mir vorgestellt habe. Versteh mich nicht falsch! Das Buch und seine Geschichte sind nicht schlecht, nur hat es mich auch nicht wirklich vom Hocker gerissen. Die Charaktere haben mir gefallen, jedoch hat mir in der Story die Spannung gefehlt, die einen vor Aufregung die Seite weiterblättern lässt. Ich hab das Buch mit dem Gedanken beendet "Ja, war ganz nett.", aber einen größeren bzw. tieferen Eindruck hat es nicht auf mich hinterlassen. Empfehlen würde ich das Buch durchaus, allerdings mit dem Gedanken, dass man nicht immer so viel von einem Klassiker erwarten sollte.
Ich hoffe, dass ich mit dieser Review euer Interesse für Beagle's Das letzte Einhorn wecken konnte. Habt ihr das Buch gelesen? Was denkt ihr darüber? Schreibt's mir in die Kommentare und lasst mich wissen, ob ich die Klassiker-Fans unter euch wütend gemacht habe.
Mittwoch, 18. Mai 2016
Ich bin mit der Story fertig! (Seit einer Woche...)
Erinnert ihr euch an den letzten Eintrag? Wenn nicht scrollt einfach mal runter. Ich habe darüber geschrieben, dass ich die Klimax meines Buches geschrieben habe und kurz davor stehe die gesamte Story zu einem Ende zu bringen. Tja, und vor einer Woche war es dann so weit:
ich habe das (vorerst) letzte Wort meines Buches geschrieben!
Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn man nach sieben Jahren endlich die Story zu Papier gebracht hat, die einem schon so lange im Kopf herumschwebt. Es ist für mich unglaublich, dass ich die Geschichte, welche ich im Alter von 12 (!) angefangen habe zu schreiben bis heute verfolgt und nun endlich zu einem Ende gebracht habe.
Es hat sich vieles verändert in der Zeit. Nicht nur was die Story selbst und ihre Charaktere angeht, sondern auch was mich selbst als Schreiber und Person angeht. Ich denke durchaus, dass man das besonders in diesem ersten Manuskript sehr gut verfolgen kann, besonders wenn man die ersten Kapitel meines zwölfjährigen Ichs mit dem Epilog vergleicht.
Aber es freu mich einfach nur, dass ich diese Story endlich in irgendeiner Form niedergeschrieben habe. Es wird noch viel auf mich zukommen, was Ausbesserungen, Überarbeitung usw. angeht, aber fürs erste bin ich froh, dass ich es überhaupt soweit geschafft habe. Jetzt heißt es diese ganze handgeschriebene Story abzutippen und zu verbessern, aber ich glaube nach sieben Jahren schreiben, bekomme ich das auch hin.
Samstag, 7. Mai 2016
Das Wichtigste liegt hinter mir
Ich hatte heute ein riesiges Gefühl der Freude, das mich den ganzen Tag über begleitete. Denn nachdem ich ständig über diese Stelle nachgedacht und endlich viele Ideen dazu in meinem Kopf hatte, habe ich es heute endlich geschafft:
das Höhepunkt-Kapitel ist vollendet!!!
Um mich etwas klarer auszudrücken: ich habe endlich die Klimax meines Buches geschrieben, der wichtigste Moment der ganzen Geschichte. Gut gegen Böse. Verrat und Freundschaft. Unbekanntes wird aufgedeckt. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht dieses Kapitel zu schreiben, da ich endlich die ganzen Ideen, Hintergrundgeschichten und Plot-Twists rauslassen konnte.
In diesem Kapitel taucht auch nach allen den vielen Worten der Mann auf, dessen Handlager all die Zeit in die Quere unserer Helden kamen und Loranes Eltern auf dem Gewissen haben. Es war toll für Vilarius zu schreiben, da ich mir schon so oft ausgemalt hatte wie der Leser und auch Lorane ihm begegnen würden. Seine Art gefällt mir, er erinnert mich an Andrew Scott's Moriarty in "Sherlock" ^_^ Ich hoffe das ich einen Antagonisten schaffen konnte, der nicht einfach nur derjenige ist, der die Weltherrschaft will. Ich hasse es, wenn ein Bösewicht keinerlei Hintergrund für ihre Taten haben. Für eine gute Geschichte muss man den Bösen genauso sehr lieben wie den Helden. Es gibt einiges an Backstory und Charakterzügen, die ich bis zu diesem Punkt versteckt halten musste und ich hoffe, dass der Leser ebenso eine überraschende Freude an diesem kapitel haben wird wie ich beim schreiben.
Viel kommt nicht mehr. Das 26. Kapitel wird das Letzte sein, dann folgt nur noch ein Epilog zum Abschluss und damit wäre Die Legende von Alteria beendet. Selbstverständlich wird da noch einiges Überarbeiten auf mich warten, aber dennoch freue ich mich riesig diese Geschichte nach sieben Jahren zu einem ersten Abschluss zu bringen. Und wer weiß? In ein paar Tagen werdet ihr vielleicht einen Eintrag darüber lesen, dass ich das letzte Wort meines Buchs geschrieben habe...
das Höhepunkt-Kapitel ist vollendet!!!
Um mich etwas klarer auszudrücken: ich habe endlich die Klimax meines Buches geschrieben, der wichtigste Moment der ganzen Geschichte. Gut gegen Böse. Verrat und Freundschaft. Unbekanntes wird aufgedeckt. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht dieses Kapitel zu schreiben, da ich endlich die ganzen Ideen, Hintergrundgeschichten und Plot-Twists rauslassen konnte.
In diesem Kapitel taucht auch nach allen den vielen Worten der Mann auf, dessen Handlager all die Zeit in die Quere unserer Helden kamen und Loranes Eltern auf dem Gewissen haben. Es war toll für Vilarius zu schreiben, da ich mir schon so oft ausgemalt hatte wie der Leser und auch Lorane ihm begegnen würden. Seine Art gefällt mir, er erinnert mich an Andrew Scott's Moriarty in "Sherlock" ^_^ Ich hoffe das ich einen Antagonisten schaffen konnte, der nicht einfach nur derjenige ist, der die Weltherrschaft will. Ich hasse es, wenn ein Bösewicht keinerlei Hintergrund für ihre Taten haben. Für eine gute Geschichte muss man den Bösen genauso sehr lieben wie den Helden. Es gibt einiges an Backstory und Charakterzügen, die ich bis zu diesem Punkt versteckt halten musste und ich hoffe, dass der Leser ebenso eine überraschende Freude an diesem kapitel haben wird wie ich beim schreiben.
Viel kommt nicht mehr. Das 26. Kapitel wird das Letzte sein, dann folgt nur noch ein Epilog zum Abschluss und damit wäre Die Legende von Alteria beendet. Selbstverständlich wird da noch einiges Überarbeiten auf mich warten, aber dennoch freue ich mich riesig diese Geschichte nach sieben Jahren zu einem ersten Abschluss zu bringen. Und wer weiß? In ein paar Tagen werdet ihr vielleicht einen Eintrag darüber lesen, dass ich das letzte Wort meines Buchs geschrieben habe...
Montag, 2. Mai 2016
Die gute alte Schreibblockade
Es ist schon wieder eine Weile her, dass ich einen Blogpost geschrieben habe; wie üblich... da dachte ich mir: ich nehme einfach mal das Thema meines letzten YouTube Videos und mache daraus einen weiteren Post über Schreib-Tipps. Heute soll es um das altbekannte Problem eines jeden Schreibers gehen. Egal ob Hobby-Autor oder professioneller Schreiber, es betrifft jeden irgendwann mal, jeder hasst es und jeder will wissen wie man es überwindet: die Schreibblockade!
Der gängigste Tipp bei so was ist meistens: geh von deinem Schreibprojekt, geh spazieren und irgendwann fällt dir schon wieder was zum weiterschreiben ein.
MACHT DAS JA NICHT!!!
Ich spreche da aus eigener Erfahrung: im 13. Kapitel (oder so) meines Fantasy-Romans kam ich zu einer Stelle, wo ich einfach nicht wusste, was ich schreiben sollte. Es war eine wichtige Szene, in welcher die Protagonistin in einen Konflikt gerät und diesen aufklären muss. Mein Problem lag darin, dass ich nicht wusste wie ich dieses Gespräch darstellen sollte, ohne bereits die ganzen Informationen zu wiederholen, die ich in vorangegangenen Kapiteln gegeben hatte. Ich beschloss die Szene erstmal beiseite zu lassen, irgendwann würde ich schon wieder dazu zurückkommen. Das bin ich dann auch. 2 Jahre später!
Es wird euch nicht helfen euch von eurem Projekt zu distanzieren, weil das sehr schnell dazu führen kann, dass ihr die Geschichte aus den Augen verliert. Im Grunde gibt es nur eine Lösung gegen eine Schreibblockade:
Trotzdem schreiben.
Jetzt höre ich euch schon durch den Bildschirm rufen: "Aber das ist ja das Problem: ich weiß nicht, was ich schreiben soll!" Ihr müsst euch einfach folgendes klar machen: nur weil ihr nicht wisst, was ihr schreiben sollt, heißt nicht, dass ihr nicht schreiben könnt. Es ist wichtig, das ihr trotz allem Wörter auf eure Seite bekommt, denn ansonsten werdet ihr niemals von diesem Stolperstein wegkommen und wie ich dort ewig feststecken. Als ich damals zu besagtem Kapitel zurückgekehrt bin, hat sich nicht viel verändert. Es ging weiter, weil ich wieder angefangen habe zu schreiben. Ich habe mich hingesetzte und einfach geschrieben.
Im Grunde lässt sich die Schreibblockade auf drei Varianten auslegen, die man alle irgendwie besiegen kann:
Motivation
So schön das Schreiben auch ist, manchmal kann es uns Schreiber auch nerven und wir wollen uns einfach nicht hinsetzen und Wörter produzieren.
Die Lösung ist, mit dem Rumjammern aufzuhören! Klingt hart, aber man muss sich einfach selbst überwinden und trotzdem schreiben. Irgendwann kommt die Motivation wieder zurück. Wenn man früh morgens aufstehen muss, ist das auch zuerst nicht schön. Aber man wäscht sich, putzt sich die Zähne und zieht sich an und irgendwann denkt man "Ich kann's schon durch den Tag schaffen." So ist es mit dem Schreiben: dranbleiben und Geduld zeigen, sich wieder reinfinden und schon ist die Motivation wieder da.
Qualität
Meistens liegt es nicht an dem was sondern an dem wie. Jeder Autor hat Angst davor, dass jemandem das Geschriebene nicht gefallen wird. Wir alle wollen die bestmögliche Variante unserer Geschichte darlegen und oftmals stehen uns die Wörter im Weg, weil wir unsicher sind, wie wir sie nutzen sollen.
Man muss als Schreiber lernen zu akzeptieren auch mal Schrott zu schreiben. Ein perfekter Zustand existiert nicht und es wird sowieso immer jemanden geben, der eure Schreibereien nicht mag. Es ist überhaupt nicht schlimm auch mal was schlechtes auf die Seite zu bringen; das gehört dazu und es ist immerhin besser irgendwelche Wörter auf der Seite stehen zu haben, als gar keine. Außerdem kann man jeder Zeit zu dem Geschriebenen zurückkehren. Überarbeitung ist sowieso notwendig, egal wie toll der Schreibstil ist. Notfalls kann man alles löschen oder verändern, aber wichtig ist nur, dass überhaupt Wörter auf der Seite stehen. Und gerade etwas, was einem etwas schwerer fällt, kann oft zu ungeahnten guten Szenen führen. Wenn man mal aus seiner comfort zone rauskommt und eine Herausforderung beim Schreiben hat, entwickelt man sich so auch weiter und kann Texte schreiben, die eventuell ungeahnt gut werden.
Inspiration
Jetzt geht es um das was. Wenn man in seiner Geschichte nicht mehr weiß, was als nächstes kommen soll. Das ist im Grunde gar kein wirkliches Problem, weil es sich (besonders bei längeren Projekten) schnell lösen lässt. Stichwort Outline. Dafür ist eine detailliert Outline da, eben damit ihr den Faden nicht verliert und ihr immer wisst, wie es mit eurer Story weitergehen soll. Stellt also sicher, dass eure Outline detailliert genug ist. Lieber zu viele Details, als zu wenige ansonsten überseht ihr vielleicht eine coole Stelle, die ihr einbauen wolltet.
Und wenn gar nichts mehr geht, wenn wirklich keine Worte kommen wollen: dann macht eine Schreib-Pause aber geht nicht von eurem Projekt weg! Beschäftigt euch mit etwas anderem, das aber trotzdem mit eurer Story zu tun hat. Outline, Charakterentwicklung, Hintergründe, Karten gestallten, Kapitel überarbeiten sind nur einige der Dinge, die ihr für eure Geschichte tun könnt, auch wenn ihr gerade nicht daran schreibt. Wichtig ist, dass ihr dabei bleibt, eben damit ihr euren Fokus und eure Motivation für diese Geschichte nicht verliert.
Das wäre es mit meinen Tipps gegen die Schreibblockade. Falls ihr noch ein paar mehr Details dazu wollt, könnt ihr das Video dazu hier ansehen. Ich hoffe, dass ich euch etwas helfen konnte und merkt euch: Schreibt! Egal was passiert!
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| (Quelle: https://blogsheet.info/wp-content/uploads/2014/02/schreibblockade.jpg) |
Der gängigste Tipp bei so was ist meistens: geh von deinem Schreibprojekt, geh spazieren und irgendwann fällt dir schon wieder was zum weiterschreiben ein.
MACHT DAS JA NICHT!!!
Ich spreche da aus eigener Erfahrung: im 13. Kapitel (oder so) meines Fantasy-Romans kam ich zu einer Stelle, wo ich einfach nicht wusste, was ich schreiben sollte. Es war eine wichtige Szene, in welcher die Protagonistin in einen Konflikt gerät und diesen aufklären muss. Mein Problem lag darin, dass ich nicht wusste wie ich dieses Gespräch darstellen sollte, ohne bereits die ganzen Informationen zu wiederholen, die ich in vorangegangenen Kapiteln gegeben hatte. Ich beschloss die Szene erstmal beiseite zu lassen, irgendwann würde ich schon wieder dazu zurückkommen. Das bin ich dann auch. 2 Jahre später!
Es wird euch nicht helfen euch von eurem Projekt zu distanzieren, weil das sehr schnell dazu führen kann, dass ihr die Geschichte aus den Augen verliert. Im Grunde gibt es nur eine Lösung gegen eine Schreibblockade:
Trotzdem schreiben.
Jetzt höre ich euch schon durch den Bildschirm rufen: "Aber das ist ja das Problem: ich weiß nicht, was ich schreiben soll!" Ihr müsst euch einfach folgendes klar machen: nur weil ihr nicht wisst, was ihr schreiben sollt, heißt nicht, dass ihr nicht schreiben könnt. Es ist wichtig, das ihr trotz allem Wörter auf eure Seite bekommt, denn ansonsten werdet ihr niemals von diesem Stolperstein wegkommen und wie ich dort ewig feststecken. Als ich damals zu besagtem Kapitel zurückgekehrt bin, hat sich nicht viel verändert. Es ging weiter, weil ich wieder angefangen habe zu schreiben. Ich habe mich hingesetzte und einfach geschrieben.
Im Grunde lässt sich die Schreibblockade auf drei Varianten auslegen, die man alle irgendwie besiegen kann:
Motivation
So schön das Schreiben auch ist, manchmal kann es uns Schreiber auch nerven und wir wollen uns einfach nicht hinsetzen und Wörter produzieren.
Die Lösung ist, mit dem Rumjammern aufzuhören! Klingt hart, aber man muss sich einfach selbst überwinden und trotzdem schreiben. Irgendwann kommt die Motivation wieder zurück. Wenn man früh morgens aufstehen muss, ist das auch zuerst nicht schön. Aber man wäscht sich, putzt sich die Zähne und zieht sich an und irgendwann denkt man "Ich kann's schon durch den Tag schaffen." So ist es mit dem Schreiben: dranbleiben und Geduld zeigen, sich wieder reinfinden und schon ist die Motivation wieder da.
Qualität
Meistens liegt es nicht an dem was sondern an dem wie. Jeder Autor hat Angst davor, dass jemandem das Geschriebene nicht gefallen wird. Wir alle wollen die bestmögliche Variante unserer Geschichte darlegen und oftmals stehen uns die Wörter im Weg, weil wir unsicher sind, wie wir sie nutzen sollen.
Man muss als Schreiber lernen zu akzeptieren auch mal Schrott zu schreiben. Ein perfekter Zustand existiert nicht und es wird sowieso immer jemanden geben, der eure Schreibereien nicht mag. Es ist überhaupt nicht schlimm auch mal was schlechtes auf die Seite zu bringen; das gehört dazu und es ist immerhin besser irgendwelche Wörter auf der Seite stehen zu haben, als gar keine. Außerdem kann man jeder Zeit zu dem Geschriebenen zurückkehren. Überarbeitung ist sowieso notwendig, egal wie toll der Schreibstil ist. Notfalls kann man alles löschen oder verändern, aber wichtig ist nur, dass überhaupt Wörter auf der Seite stehen. Und gerade etwas, was einem etwas schwerer fällt, kann oft zu ungeahnten guten Szenen führen. Wenn man mal aus seiner comfort zone rauskommt und eine Herausforderung beim Schreiben hat, entwickelt man sich so auch weiter und kann Texte schreiben, die eventuell ungeahnt gut werden.
Inspiration
Jetzt geht es um das was. Wenn man in seiner Geschichte nicht mehr weiß, was als nächstes kommen soll. Das ist im Grunde gar kein wirkliches Problem, weil es sich (besonders bei längeren Projekten) schnell lösen lässt. Stichwort Outline. Dafür ist eine detailliert Outline da, eben damit ihr den Faden nicht verliert und ihr immer wisst, wie es mit eurer Story weitergehen soll. Stellt also sicher, dass eure Outline detailliert genug ist. Lieber zu viele Details, als zu wenige ansonsten überseht ihr vielleicht eine coole Stelle, die ihr einbauen wolltet.
Und wenn gar nichts mehr geht, wenn wirklich keine Worte kommen wollen: dann macht eine Schreib-Pause aber geht nicht von eurem Projekt weg! Beschäftigt euch mit etwas anderem, das aber trotzdem mit eurer Story zu tun hat. Outline, Charakterentwicklung, Hintergründe, Karten gestallten, Kapitel überarbeiten sind nur einige der Dinge, die ihr für eure Geschichte tun könnt, auch wenn ihr gerade nicht daran schreibt. Wichtig ist, dass ihr dabei bleibt, eben damit ihr euren Fokus und eure Motivation für diese Geschichte nicht verliert.
Das wäre es mit meinen Tipps gegen die Schreibblockade. Falls ihr noch ein paar mehr Details dazu wollt, könnt ihr das Video dazu hier ansehen. Ich hoffe, dass ich euch etwas helfen konnte und merkt euch: Schreibt! Egal was passiert!
Mittwoch, 13. April 2016
Die Legende von Alteria - 2. Kapitel
Lorane saß auf dem Fensterbrett in ihrem
Zimmer und hatte ihren Kopf in ein Buch gesteckt. Sie war heute früher
aufgewacht als sonst, weswegen sie noch genügend Zeit hatte, bis die Schule
begann. Sie blätterte eine Seite weiter. Ihre Augen flogen über die Zeilen
hinweg, huschten aber öfters noch einmal hinauf, um einen Satz erneut zu lesen.
In den letzten Tagen war sie sehr nachdenklich gewesen, wie immer zu dieser
Zeit. Es war Anfang März, die Bäume draußen auf der Straße bekamen ihre ersten
Knospen und der letzte Schnee schmolz dahin. In wenigen Tagen war es wieder
soweit, dann war der zehnte März, Loranes Geburtstag. Eines, der wenigen Dinge,
welches ihr Gedächtnis ihr noch geben konnte. Dieses Jahr war es ihr
fünfzehnter, dann war es ungefähr fünf Jahre her, dass sie zu Jenny und Markus
gekommen war.
Lorane
wusste, dass diese beiden nicht ihre richtigen Eltern waren, Markus und Jenny
hatten ihr das damals sofort erklärt. Ihre wahren Eltern konnte sich Lorane kaum
ins Gedächtnis rufen. Sie war nur in der Lage sich bis zu dem Moment zurück zu
erinnern, an dem Jenny sie vor ihrer Haustür gefunden hatte, nachdem sie durch
die Straßen getaumelt war. Das wenige, was ihr geblieben war, waren ihr Name
und die Andenken an den zehnten März, alles andere glich eher einem
verschwommenen Gemälde, das Lorane nie so recht zu deuten wusste. Es war als
wollte ihr Verstand sie darin hindern hinter die einfachen und offensichtlichen
Erinnerungen zu blicken. Hin und wieder sah sie in ihren Träumen lange Gängen,
die sie in einem riesigen Gebäude entlangging. Manchmal glaubte sie sich an
eine riesige Stadt und ein Gefühl von Heimweh zu erinnern. Ein klares Bild
wollte sich aber nie formen.
Als sie
Jenny gefragt hatte, woher sie gekommen war und warum sie bei ihr war, hatte
diese sie nur mit leeren Augen angeschaut. Dennoch hatte sie sich bereit
erklärt Lorane bei sich aufzunehmen, nachdem sie mit Markus alles mehrmals
besprochen hatte. Dieser war zunächst nicht allzu erfreut gewesen ein fremdes
Mädchen von zehn Jahren bei sich aufzunehmen, doch er war weich geworden,
nachdem er Loranes Geschichte gehört hatte und sich immer wieder Jennys
flehende Miene ansehen musste. Es war ja nicht so gewesen, dass er kein Kind
haben wollte, aber er hätte lieber ein eigenes bekommen, um dieses selbst
großzuziehen. Doch mit der Zeit hatte er Lorane in sein Herz geschlossen und
sie als seine Tochter akzeptiert.
Lorane
klappte jetzt ihr Buch zu und warf einen Blick auf die Uhr an ihrem linken
Handgelenk. Wo zum Henker blieb denn Jeremy? Er holte sie morgens immer ab,
damit sie gemeinsam zur Schule gehen konnten. Heute schien er allerdings auf
sich warten zu lassen, obwohl er normalerweise immer pünktlich war. Erneut
schaute Lorane auf ihre Uhr. Noch länger konnte sie jetzt nicht auf ihn warten,
es war schon nach viertel acht und dreiviertel würde die erste Stunde beginnen.
Da war Jeremy bereits der ältere von beiden (er würde im April siebzehn werden)
und war somit von Lorane zum Verantwortungsvollem erklärt worden und dann so
was. Lorane grummelte und wusste genau, was die erste Frage war, die Jeremy
heute zu hören bekommen würde.
Sie stand
auf stellte sich noch einmal vor ihren kleinen Holzspiegel, der direkt neben
der Tür hing und bürstete sich ihr dunkelrotes Haar, das ihr bis zur Hüfte
reichte, bis sie es zu einem Pferdeschwanz zusammenband. Sie schnappte sich
ihren Rucksack und lief zur Tür hinaus. Mit einer Umarmung für Markus und einem
Kuss auf die Wange für Jenny verließ Lorane das Haus.
Draußen
herrschten zwar mildere Temperaturen, aber dennoch zog Lorane den
Reißverschluss ihrer Jacke nach ganz oben, als sie den Gehweg entlanglief.
Gerade frisch aus den Winterferien zurückgekehrt, gähnte sie trotzdem, als sie
an einer Ampel stand, doch das lag wohl eher an der Tatsache, dass Lorane
einfach keine Person war, die am Morgen gut zu gebrauchen war. Anders jedoch
Jeremy, der zu fast jeder Zeit wach und aufmerksam zu sein schien. Umso mehr
überraschte es Lorane, dass er sie nicht pünktlich abgeholt hatte. Vielleicht ist er ja krank, dachte sie
sich, was sie allerdings nicht wirklich glauben konnte, da Jeremy so gut wie
nie krank wurde. Lorane lachte kurz auf. Vielleicht war er ja dieses Mal extra
früh aufgestanden und war schon in der Schule. Sie kannte Jeremy. Er war ein
absoluter Bücherwurm, wenn er nirgendwo anders zu finden war, saß er
höchstwahrscheinlich in der Bibliothek und brütete über irgendeinem Wälzer.
Gerade
als Lorane über ihren besten Freund schmunzelte, kam dieser fast wie aus dem
nichts von links auf sie zugelaufen. Sie blieb stehen und wartete bis er bei
ihr war, bevor sie ihn begrüßte.
„Morgen,
Schlafmütze.“
Jeremy
strich sich einige Strähnen seines schwarzen Haares zurück, die ihm ins Gesicht
gefallen waren, dann erwiderte er Loranes Lächeln. Er war ein Stück größer als
das Mädchen und blickte mit freundlichem Gesicht zu ihr hinunter während sie
ihren gemeinsamen Schulweg in schnellen Schritten fortsetzten.
„Du bist
doch sonst immer so früh wach“, fragte Lorane. „Wieso heute so spät? Wegen dir
hätte ich vielleicht noch die erste Stunde verpasst.“
Zunächst
lachte Jeremy kurz auf, dann antwortete er:
„Ich
hatte noch etwas Wichtiges zu erledigen, was leider etwas länger gedauert hat
als geplant.“
Er
hoffte, dass sie es nicht bemerkte, doch Jeremy war nicht gut darin den Ton seiner
Stimme zu verstellen. Lorane sah auch, dass er an dem Henkel seiner
Umhängetasche herumfummelte oder sich hastig den Kragen seines pikfeinen weißen
Hemdes richtete.
„Bist du
nervös?“, fragte Lorane sofort. „Du wirkst komisch.“
Sie
bemerkte sofort, dass er versuchte ihrem Blick auszuweichen, ließ aber nicht
locker und sah ihn so lange an, bis er Antwort gab. Ertappt nahm er die Hände
von der Tasche und begann mit ihnen die Nervosität in seinen Worten beiseite zu
gestikulieren.
„Ehrlich
gesagt hat es etwas mit dir zu tun.“
Sie sah
ihn überrascht an und ihr fiel auf, dass ihm das nicht wirklich angenehm zu
sein schien. Ohne zunächst weiter zu fragen, wartete sie, um zu sehen ob er
noch etwas sagen würde.
„Du hast
doch in drei Tagen Geburtstag…“, sprach Jeremy schließlich weiter, „Ich wollte
fragen ob es für dich in Ordnung wäre, wenn…“
Er brach
kurz ab, um sich zu sammeln. Lorane sah ihn mit großen Augen an und wunderte sich
ob Jeremy gerade das versuchte zu fragen, was sie vermutete oder ob er bloß
versuchte witzig zu tun.
„Ich
wollte etwas mit dir besprechen und deswegen wollte ich dich fragen, ob wir uns
kurz vor diesem Tag irgendwann einmal treffen könnten?“
Für einen
kurzen Moment wäre Lorane beinah stehengeblieben. Sie stutzte und wagte es nun
nicht mehr Jeremy direkt anzusehen.
„Meinst
du das auf die Art, für die ich es gerade halte, oder…?“ Sie wusste nicht genau
wie sie es ausdrücken sollte.
Sofort
riss Jeremy die Augen auf und schüttelte heftig den Kopf.
„Nein! So
meine ich das nicht!“, sagte er hastig mit einem nervösen Lachen. Er hatte
gehofft, dass es nicht zu dieser merkwürdigen Situation kommen würde, aber bei
der Art von Fragestellung ließ sich das wahrscheinlich nicht vermeiden. „Ich
wollte nur etwas mit dir so bald wie möglich besprechen, das ist alles!“
Er war
rot geworden und hatte die Stimme leicht erhoben, doch dann steckte er mit
einer aufgeregten Bewegung seine Hände in die Hosentaschen und wagte es nicht
weiter ein Wort in den nächsten Minuten zu sagen.
„Ist okay“,
beruhigte Lorane ihn und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Schließlich nickte
sie mit dem Kopf und sagte: „Wir können uns mal nach der Schule treffen.“
-
Der
Schultag verging ohne größere Ereignisse und Lorane war mehr als froh, als nach
einer nicht enden wollenden Physikstunde endlich die Klingel der Freiheit
ertönte. Sie beugte sich zu Jeremy hinüber, der in Ruhe seine letzte
Rechenaufgabe ausfüllte.
„Nach
Hause?“
„Es ist
Dienstag. Du weißt, dass ich nicht kann.“
„Ach ja!“
Lorane griff sich an die Stirn. „Der Schach-Club braucht sein einziges
Mitglied.“
„Von
insgesamt sechs, Dankeschön!“, entgegnete Jeremy.
Lorane
rollte mit den Augen und beide lachten. „Na dann mach ich mich mal auf den
Weg“, sagte sie und Jeremy ließ sich wiederwillig umarmen. „Bis morgen!“
Das
Wetter war trüb geworden und Wolken hatten sich vor die Sonne geschoben. In den
Tiefen ihrer Jacke versteckt bog Lorane gerade in eine Nebenstraße ein, die direkt
auf die Hauptstraße führte. Da Jeremy sie nicht begleitete, nahm sie den Weg an
einigen alten Wohnblöcken vorbei, damit sie schneller Daheim ankommen würde.
Dann such‘ ich mir halt nächstes Halbjahr
auch einen schicken Club raus.
Um ehrlich zu sein, hatte Lorane bereits früher darüber nachgedacht, aber sich
nie für einen Club hatte entscheiden können. Zum Schachspielen zumindest hatte
Jeremy sie bis heute nicht überzeugen können. Sie lächelte über diesen
Gedanken, als sie auf einmal von hinten umgestoßen wurde. Fluchend landete sie
auf den Boden und drehte sich sofort nach dem Täter um. Niemand war zu sehen.
„Was
zum-?“
Sie stand
auf und klopfte sich den Dreck von der Hose, da ertönte ein Lachen in der Passage.
Es klang amüsiert und war ganz in der Nähe, doch nach wie vor konnte Lorane
niemanden ausmachen.
„Hallo?“
Ihrer
Erwartung entsprechend antwortete keiner, stattdessen wurde das Lachen immer
lauter, bis man meinen konnte, dass der Mann direkt hinter ihr stehen musste.
Lorane drehte sich um.
Ein Mann,
ganz in Schwarz gekleidet, stand ihr direkt gegenüber. Sein Gesicht wurde von
einer Kapuze und einem Tuch verdeckt, so dass sie keine genaueren Züge
ausmachen konnte.
„Beweg
dich nicht“, sagte der Mann. Seine Stimme war tief und ihre Ernsthaftigkeit
schien regelrecht die Luft zu zerschneiden. „Es wird dir nichts passieren.“
Er trat
an sie heran und Lorane wollte wegrennen, konnte jedoch nicht. Ihre Beine waren
wie versteinert. Benommenheit hatte von ihr Besitz ergriffen.
Der Mann sah
an ihr hinunter, wobei er Lorane mit seinen Augen fixierte. Die wiederum spürte
nun mit jeder Sekunde mehr und mehr, wie Schwäche sie drohte zu übermannen, so
dass sie kurz davor war gleich wieder auf dem Boden zu landen. Kälte durchdrang
ihre Gliedmaßen und raubte sie ihrer Sinne. Sie sank mit ihren Knien auf den
Asphalt und sah wie der Mann näherkam. Was wollte der nur von ihr?
Über
ihnen zogen die Wolken vorbei und Sonnenstrahlen fielen auf die Straße. Diese
trafen direkt auf den vermummten Mann, der plötzlich zurückschreckte. Die Erschöpfung
in Loranes Körper ließ nach. Sie erhob sich und sah, dass der Mann sich
schützend versuchte die Kapuze noch weiter ins Gesicht zu ziehen. Lorane dachte
nicht lange nach. Ein kräftiger Tritt in eine unangenehme Region ließ den Mann
zusammensacken. Sofort wandte Lorane sich und sprintete die Passage entlang.
Einmal noch sah sie hinter sich.
Der Kopf
des Mannes fuhr soeben mit schmerzverzogener Miene nach oben, wobei ihm die
Kapuze herunterrutschte. Erschrocken wandte Lorane wieder den Kopf nach vorn und
rannte so schnell sie konnte. Der Mann hatte sie mit blutroten Augen angesehen!
Der Puls
der beiden raste als Lorane hinter sich die Tür zuwarf. Ihr Atem ging schwer
und sie brauchte einige Sekunden bis sie sich wieder richtig bewegen konnte,
erst dann ging sie von der Tür weg.
Was zum Teufel war das für ein Typ?! Aufgeregt
lief Lorane in der Wohnung auf und ab. Markus und Jenny waren glücklicherweise
noch nicht wieder da, sonst hätten die beiden jetzt mit einem riesigen Theater
angefangen. Das brachte Lorane sofort zu ihrem nächsten Gedanken: Soll ich den beiden davon erzählen?
Ihr
erster Instinkt sagte ja, aber sofort kamen Zweifel auf. Dies war eine
ernsthafte Situation, dieser Kerl hatte sie immerhin angreifen wollen. Was er
noch vorgehabt hatte, wagte sie sich gar nicht vorzustellen. Aber was würde es
schon bringen Jenny und Markus davon zu erzählen? Die beiden machten sie eh
schon genug Sorgen um sie, vor allem um diese Zeit. Lorane wollte ihnen nicht
noch mehr unwohle Gedanken bereiten.
Außerdem
war das, was sie gesehen hatte… Es konnte nicht stimmen, der Kerl hatte ihr nur
einen Schreck einjagen wollen. Rote Augen? Kontaktlinsen
vielleicht. Aber was soll das denn? Mit so etwas konnte Lorane unmöglich
ankommen, das würde ihr doch keiner glauben. Wohlmöglichen würde man sie dann
noch auslachen, weil sie behauptete eine Art Vampir hätte sie angegriffen. Aber diese Kälte. Diese unerträgliche
Kälte, die Lorane beim Anblick dieser Augen überkommen war. Sie hatte keine
Chance gehabt. Als der Blick sie getroffen hatte, war es als hätte der Mann sie
nach seinem Willen festhalten können. Als wäre die Energie in ihrem Körper
nicht mehr ihre eigene.
Lorane
schüttelte sich. Sie wusste nicht, wie sie das Erlebnis hätte beschreiben
sollen. Also begab sie sich auf ihr Zimmer und schlüpfte unter ihre Bettdecke,
wo sie beschloss erst einmal darüber stillschweigend nachzudenken.
-
Lorane
hatte beschlossen Jeremy nichts von den gestrigen Ereignissen zu erzählen. Es
war fünf Minuten bevor die Schulklingel ertönte, als sie gemeinsam ihr
Klassenzimmer betraten. Sie kehrten gerade vom Sportunterricht zurück, was
Lorane eine Ausrede gab, weswegen sie wortloser als sonst sich ihre Hefter auspackte.
Herr
Viler hatten sie alle gehasst vom ersten Moment an da er ihren Klassenraum
jemals betreten hatte und dies beruhte wohl auf Gegenseitigkeit. Vor einem Jahr
hatte er an ihrer Schule zu unterrichten und bis heute fragten sich die meisten
Kinder, ob er wirklich den richtigen Job hatte. Heute sollte der Schultag also mit
einer wunderbaren neuen Folterstunde des Mannes enden. Die Stimmung aller würde
für den Rest des Tages in Tiefschlaf versinken.
Hinter
sich warf Viler die Tür ins Schloss und knallte buchstäblich seine Mappen auf
den Tisch. Alle wussten, dass mit diesem Mann nicht zu spaßen war, weswegen
augenblicklich alle Schüler in Schweigen verfielen, als Herr Viler sich vor
ihnen aufstellte.
„Morgen“,
verkündete er ohne jegliche Freude in seiner trockenen Stimme, wobei er den
Schülern nicht mal die Chance gab ebenfalls einen guten Morgen zu wünschen und
sofort weitersprach. „Ich hatte euch gestern Hausaufgaben aufgegeben, die ich
gern hier vorn auf meinem Tisch von allen am Ende der Stunde sehen will.“
Keiner
wagte es einmal auch nur ein genervtes Grummeln oder Stöhnen von sich zu geben,
was normalerweise auf solch eine Aussage hin folgte, stattdessen hörte man das
Geraschel von Papier und Heften, aus welchen einige der Schüler bereits ihre
gemachten Arbeiten hervorholten, um sie parat zu haben. Herr Viler lief gern
beim Stillarbeiten durch die Reihen, um schon einmal zu sehen ob auch wirklich
alle Schüler ihre Aufgaben erledigt hatten.
Lorane
rollte nur mit den Augen, nachdem Herr Viler seinen stummen Blick in die Klasse
beendet hatte und zu einem Stück Kreide und seinem Notizbuch griff. Der Anfang
eines weiteren kleingeschriebenen Blocktextes, der am Ende der Stunde die ganze
Tafel ausfüllen würde.
„Der Mann
scheint echt nur Probleme Zuhause zu haben“, wandte sich Lorane so leise wie
möglich an Jeremy neben ihr während sie begannen abzuschreiben.
„Vielleicht
braucht er bloß jemanden zum Frust abladen“, erwiderte Jeremy im selben Ton.
Lorane
wagte es nicht aufzulachen, doch nickte mit einem kleinen Lächeln. Ruhestörung
wurde bei Viler absolut nicht geduldet.
„Jeremy,
könntest du wiederholen was ich eben erklärt habe?“
Jeremy
wandte sofort den Kopf nach vorn, Lorane zog scharf die Luft ein und blickte
betreten zu Boden. Alle anwesenden Schüler wussten, was Jeremy sogleich blühen
würde, doch keiner von ihnen wagte es sich direkt zu ihm umzudrehen.
„Nein,
kann ich nicht“, antwortete Jeremy schließlich.
„Und
warum nicht?“, bohrte Viler extra noch nach und sah ihm dabei direkt in die
Augen.
„Weil ich
gerade nicht aufgepasst habe“, sagte Jeremy trocken, wobei er so gut wie
möglich versuchte dem Blick des Lehrers standzuhalten. Vilers helle Augen waren
wie scharfe Eiszapfen, die sich in Jeremys Kopf bohrten und ihn an jedem seiner
Worte mit einem qualvollen Gefühl zurückließen.
„Das
dachte ich mir schon. Das war ja auch nicht das erste Mal“, erwiderte Viler
nach einer kurzen Pause, in der er sich ein hämisches Lächeln nicht verkneifen
konnte. „Du kommst nach der Stunde zu mir nach vorn.“
Und als
wäre nichts weiter Auffälliges geschehen, drehte sich Herr Viler zurück zu
seiner Tafel und begann wieder mit seiner unleserlichen Handschrift die Tafel
zu bombardieren.
Alle
Schüler versuchten es ihm gleichzutun, doch in Gedanken blickten sie gerade
alle Jeremy an, der nun wieder langsam seinen Kopf wandte. Selbst für Viler war
es eher selten einen Schüler nach Ende des Schultages dazubehalten und Lorane
kam nicht umhin Jeremy einen mitleidigen Blick zu zuwerfen. Dieser sah nun zu
ihr hinüber. Mit ihren Lippen sprach sie Stumme die Worte die Worte Tut mir Leid.
-
Jeremy
schien Lorane dafür verantwortlich zu machen, dass er Ärger mit Viler bekommen
hatte, denn nach der Stunde sah, noch hörte sie ihn. Lorane wusste nicht genau,
ob sie wütend auf ihn oder sich selbst sein sollte, denn irgendwo konnte sie
nachvollziehen, dass er sauer war, da sie ihn zuerst angesprochen hatte. Sie
versuchte sich keinen allzu großen Kopf darum zu machen, aber eben weil Jeremy
ihr bester Freund war, hämmerte dieses kleine Schuldgefühl in ihrem Hinterkopf auch
noch für den restlichen Tag weiter, als sie am späten Nachmittag gemeinsam mit
Jean bei ihr Zuhause an den Schulaufgaben saß.
„Dir ist
schon klar, dass das ein bisschen dämlich ist, oder?“
Lorane
sah sie verwundert an, gab ihr aber dann mit einem langsamen Kopfnicken Recht.
„Du weißt
doch, dass Viler so ein Idiot ist, der bestraft doch jeden sobald er die Chance
dafür sieht“, fuhr Jean fort und Lorane schmunzelte einen Augenblick.
Jean lag
natürlich vollkommen richtig, außerdem gab es momentan Wichtigeres, als sich um
eine kleine Freundschaftskrise zu kümmern.
„Apropos“,
sagte Lorane schließlich, „Wir müssen Vilers Hausaufgabe noch fertig bekommen.
Es ist schon fast dunkel, ich muss bald gehen.“
Jean
zuckte mit den Schultern.
„Lies
nochmal die Aufgabe vor“, bat Lorane.
Jean
blätterte kurz in ihrem Hefter.
„Interpretieren
Sie das gegebene Gedicht und vergleichen Sie es mit dem Gedicht zwei auf der
folgenden Seite.“
Beide
Mädchen stießen einen genervten Laut aus.
„Ich
hasse solche Aufgaben“, gab Jean sofort laut kund. „Vor allem mit diesen
sinnlosen Texten, die der uns immer gibt! Wer weiß, wo Viler die immer herbekommt.“
Lorane
musste ihr zustimmen. Sie mochte zwar Literatur, aber was Viler ihnen zum Lesen
gab, war von sehr merkwürdigem Inhalt geprägt. Mehr als einmal ging es um unbekannte
Gestalten und seltsame Naturbeschreibungen, die mehr einer Darstellung des
Weltuntergangs ähnelten, als irgendwelchen angeblich poetischen Texten.
„Ich
glaube kaum, dass der Autor sich da beim Schreiben wirklich etwas gedacht hat,
dafür klingt das alles viel zu absurd“, sagte Jean spöttisch und Lorane lachte.
Doch vom
Beschweren würde sich an dieser Aufgabe leider auch nichts ändern, also nahmen
die zwei Mädchen das Gedicht in Angriff und saugten sich alle möglichen Ideen
einer Interpretation aus den Fingern.
Nach
einer halben Stunde hatten die beiden so
weit wie möglich alles aufgeschrieben, was ihnen einfiel, auch wenn sie beide
wussten, dass Viler damit nicht zufrieden sein würde. Aber bei solchen Aufgaben
taten die beiden oft einfach das Nötigste, um sich nicht noch länger damit zu
quälen.
„Na ja,
ich mach lieber langsam los“, sagte Lorane schließlich und stand auf. „Markus
und Jenny werden sonst sauer, wenn ich erst nach ihnen nach Hause komme.“
Sie warf
ihren Rucksack über die Schulter und gemeinsam liefen sie zur Haustür. Hastig
zog sie sich ihre Schuhe an, umarmte Jean zum Abschied, dann ging sie hinaus.
Es sollte
sich jedoch herausstellen, dass all ihre Arbeit umsonst gewesen war. Es war der
Tag vor Loranes Geburtstag und Viler war nicht da. Zur Freude aller war er an
diesem Morgen nicht zur Arbeit erschienen und sie konnten ihren Unterricht mit
einem Vertretungslehrer verbringen. Das bedeutete eine entspannte Stunde, in
der Lorane sich endlich die Zeit nehmen konnte, um mit Jeremy zu sprechen, der
sich nun doch wieder neben ihr heute hatte blicken lassen.
„Hey“,
begann sie vorsichtig.
Jeremy
wandte sich zu ihr um, sagte aber nichts.
„Tut mir
Leid wegen der Sache mit Viler gestern, ich hoffe der alte Idiot war nicht zu
streng mit dir.“
Einige
Sekunden vergingen, dann lachte Jeremy auf. „Alles in Ordnung. Es gab nur ein
paar mahnende Worte und die übliche Lektion, aber nichts weiter.“
„Okay,
gut“, seufzte Lorane erleichtert. Sie überlegte einen Moment. „Du wolltest doch
mit mir was besprechen. Wie wär’s wenn wir das später irgendwo in einem Café
machen, jetzt wo du wieder mit mir redest?“
Sie hatte
ihn nur ärgern wollen, sah jedoch kurz Argwohn auf Jeremys Gesicht aufblitzen.
„Ist das
okay für dich?“, hakte Lorane vorsichtig nach.
Jeremy
schien einen Augenblick nachzudenken, bis er endlich lächelte. „Klingt gut. Wie
wär es wenn wir uns gegen fünf hier vor der Schule treffen? Ich weiß, wo wir
hingehen könnten.“
Erfreut
nickte Lorane. „Das passt doch. Ich freu mich schon.“
-
Markus
und Jenny arbeiteten in einem Krankenhaus, weswegen beide des Öfteren lange
nicht Zuhause auftauchten. Also hinterließ Lorane am späten Nachmittag eine
Notiz auf dem Küchentisch und machte sich auf den Weg.
Jeremy
war bereits da, als Lorane zur Schule kam. Ein grimmiger Schatten lag über
seinem Gesicht. Als er sie jedoch näherkommen sah, schüttelte er den Kopf und
setzte ein höfliches Lächeln auf. Die beiden begrüßten sich, wobei Jeremy
nervös die Umarmung dieses Mal vermied.
Wortlos
gingen die beiden zunächst die Straße entlang bis sie ein Café abseits der
Hauptstraße erreichten. Es war ein kleines Bistro, die beiden waren die
einzigen Gäste, was wahrscheinlich auch angenehmer war. Lorane setzte sich an
einen Tisch, während Jeremy an der Theke für sie beide bestellte und
schließlich mit zwei Tassen Tee zu ihnen an den Tisch kam.
Er sprach
nicht sofort an worüber er reden wollte, weshalb die beiden sich zunächst
schweigsam gegenüber saßen bis Lorane von Vilers Verschwinden erzählte, um so
die Unterhaltung zu starten. Sie war neugierig, was Jeremy ihr sagen wollte,
aber sie wollte ihn auch nicht drängen.
So saßen
die beiden die ersten Minuten da und unterhielten sich, Lorane kam es ein wie
Small Talk vor. Sie waren noch immer die einzigen zwei Gäste im Café, von den
Mitarbeitern sahen sie nicht viel. Nur als die beiden ihre Tassen leergetrunken
hatten, beobachtete Lorane einen Mann mit längeren, blonden Haaren, der begann
an den Frontfenstern die Jalousien hinunterzuziehen.
„Schließen
die schon?“, fragte sie ein kleinwenig überrascht.
„Sieht so
aus“, erwiderte Jeremy trocken.
Das
letzte Fenster wurde zugezogen.
„Vielleicht
sollten wir doch lieber zu mir gehen, wenn die jetzt schon zu machen.“
Jeremy
antwortete nichts und Lorane blickte noch einmal zu der Bedienung, die sich von
den Fenstern nun in ihre Richtung wandte.
Ihr
stockte der Atem.
Es war
der Mann aus der Gasse. Sie konnte ihre Augen nicht von ihm abwenden, denn
Lorane musste mit Schrecken feststellen, dass sie sich bei dem kurzen Blick,
den sie auf ihn erhascht hatte, nicht getäuscht hatte. Die Augen des Mannes
waren rot und sahen sie mit einer tiefen Herablassung an.
„Jeremy!“,
rief Lorane und sprang vom Stuhl auf. „Wir sollten gehen! Und zwar schnell!“
Sie
wandte sich zu ihm um. Seine Hand klatschte gegen ihr Gesicht und sie ging zu
Boden.
„Jeremy!
Was zum Teufel- ?!“
Über ihr
stand Jeremy, ihr bester Freund, der sie soeben geohrfeigt hatte und nun mit
einem seltsamen Lächeln auf sie herabsah.
Lorane
wusste nicht wie ihr geschah. Das vor ihr war nicht der Junge, den sie seit
zwei Jahren kannte und bisher nie irgendjemandem etwas zu Leide tun konnte.
Neben ihn stellte sich nun der Mann vom Vortag und sah sie mit demselben
höhnischen Blick an. In seinem schmalen Gesicht, unter seinem linken Auge
verlief eine blasse Narbe, auf die Loranes Blick unweigerlich fiel. Sie hörte
wie sich irgendwo eine Tür öffnete und kurz darauf traten noch zwei andere
Gestalten hinzu, die wie ihre Gesichter unter Kapuzen verbargen. Nur Jeremys
Gesicht war das einzige, was Lorane vertraut war. Auf diesem prangte nun ein
gehässiges Grinsen und sah sie mit einer seltsamen Gier in den Augen an.
„Jeremy!“,
rief Lorane verzweifelt aus, weil sie nicht wusste, was sie sonst sagen sollte.
Jegliche anderen Worte versagten ihr.
Als hätte
besagter Junge sich gerade an etwas erinnert, schnippte Jeremy kurz mit den
Fingern. Lorane konnte nicht glauben, was sie da sah. Er bewegte leicht den
Kopf und, als würde er es von sich schütteln, verschwand das tiefe Schwarz in
seinen Haaren und wurde ersetzt durch ein helles Blond, welches sich nun bis
über seine Schultern zog. Das Gesicht wurde blasser und wich einem um fünfzehn
Jahre älteren, das sie nun ebenfalls mit derselben bedrohlichen Farbe ansah,
die auch in den Augen der anderen lag.
„Hat ja
auch lange genug gedauert“, sagte der Mann mit einem gespielten Seufzer bevor
er wieder sein hässliches Grinsen aufsetzte. „Nicht Jeremy, Kleine. – Velacio“
Er sprach mit einer Beiläufigkeit in der Stimme, die Lorane einen Schauer über
den Rücken laufen ließ.
Sie
wusste nicht mehr, was gerade passierte. Jeremy hatte sich direkt vor ihr
soeben in einen erwachsenen Mann mit stechend roten Augen verwandelt. Diese
schienen ihre eigenen zu durchlöchern, denn so sehr Lorane auch wollte, sie
konnte den Blick nicht von den Männern abwenden. Dann spürte sie erneut wie die
Kälte sie überkam. Plötzlich wurde sie von Velacio am Hals gepackt. Mit aller
Leichtigkeit hob er sie vom Boden und hielt sie direkt vor sich, wobei er keine
Sekunde lang aufhörte zu grinsen.
„Mit
unserem Tyranne wolltest du ja nicht mitgehen, also hab ich es mit deinem
kleinen Freund probiert.“
Er lachte
auf und schmiss Lorane von sich, die mit einem Schrei hart fiel und über den
Boden rutschte. Schwer atmend schaffte sie es den Kopf nach oben zu wenden und
etwas zu sagen:
„Was habt
ihr mit Jeremy gemacht?“
„Nachdem
ich diesen Viler nachgemacht habe, war es ganz einfach ihn dazubehalten“,
erwiderte Velacio gelassen. „Er hätte doch als erster was gemerkt, also haben
wir das gestern schön arrangiert und jetzt bist du hier.“
„Was
wollen Sie von mir?“, fragte Lorane, während das Herz in ihrer Brust zu rasen
schien.
„Als ob
du das nicht wüsstest, Lorane!“, zischte jetzt der Mann namens Tyranne und trat
bedrohlich näher.
Lorane
war verstummt. Woher kannte er ihren Namen? Und warum dachten die sie wüsste
worum es ging?
„Ich weiß
wirklich nicht warum-“, setzte sie zu einer verzweifelten Erklärung an, da
stieß jemand mit aller Kraft die Tür des Cafés auf.
Jeremy keuchte
und ließ seinen Blick schnell über die sich ihm bietende Szenerie schweifen. Er
sah zu seiner besten Freundin, die am Boden lag und augenscheinlich mit der
Ohnmacht kämpfte.
„Jeremy…?“,
sagte sie leise und konnte den Unglauben in ihrer Stimme nicht verbergen.
Die
Männer sahen den Jungen wütend an und für einen Moment war das amüsierte
Grinsen aus ihren Gesichtern verschwunden. Die zwei Männer, die noch immer die
Kapuzen aufhatten, sahen doch dann schnell wieder hinunter zu Lorane. Die hatte
versucht sich wieder aufzurappelnd, doch als die Blicke der roten Augen sie trafen,
trat erneut die Erstarrung in ihre Glieder. Langsam aber sicher konnte sie die
Augen nicht mehr offenhallten.
„Du wärst
besser in deinem gemütlichen Versteck geblieben, Jeremy“, sagte jetzt der Anführer Tyranne. Er betonte den Namen des
Jungen seltsam sarkastisch.
Er
lächelte wieder, doch Jeremy sah ihn mit eingefrorener Miene an. Der Mann
schnippte mit dem Finger in Richtung seiner Kumpane.
„Genug
gespielt. – Schnapp sie dir, Alero.“
Einer der
Kapuzenträger trat vorwärts auf Lorane zu, die mittlerweile nicht mehr in der
Lage war dem Gespräch aufrecht zu folgen.
„Man
sieht sich, kleiner Paul“, sagte nun Velacio theatralisch und lachte genüsslich.
Ein
letztes Mal horchte Lorane verblüfft auf, als sie den ihr sonderbar vertrauten
Namen hörte, doch dann packte Alero sie am Kragen und Velacio ging auf Jeremy
zu. Sie schaffte es nicht länger Widerstand zu leisten, vor ihr verschwamm
jegliche Sicht.
Doch
bevor Alero sie ganz hinauf gezogen hatte und Velacio Jeremy erreicht hatte,
griff dieser in seine Jackentasche. Er hielt etwas Rundes und Schimmerndes in
seiner Hand, das Lorane vor plötzlicher Helligkeit noch einmal blinzeln ließ.
Sie spürte, wie sie ganz zu Boden fallengelassen wurde. Dann konnte sie die
Ohnmacht nicht länger zurückhalten und schloss ihre Augen.
-
Ein Gefühl
der Schwerelosigkeit umfing Lorane bis ihre Augen langsam aufgingen. Sie lag
nicht in ihrer Wohnung. Als sie sich aufrichtete sah sie, dass Jeremy neben ihr
auf einem alten Stuhl sitzend ein Buch las. Sie lag auf einem kleinen Sofa in
der eh schon spärlich ausgestatteten Wohnung, die nur aus einem Raum zu bestehen
schien. Während Lorane sich bedachtsam wieder in Bewegung setzte, blickte
Jeremy sofort auf, dann lächelte er.
„Du bist
gerade noch rechtzeitig wach geworden“, sagte er, wobei er das Buch beiseite
lag. „Das wäre ansonsten etwas merkwürdig für dich gewesen, wenn es im Schlaf
passiert hätte.“ Er warf einen Blick hinüber zu einer Uhr, die an der Wand
hing. Es waren nur noch wenige Minuten bis Mitternacht.
Lorane
sagte zunächst nichts. Sie sah ihn mit einer Mischung aus Misstrauen,
Verwirrung und Unglauben an, nicht sicher was sie zuerst sagen sollte.
„Du
bist…“, stotterte sie schließlich. „Bist du- Ich meine… Du bist Jeremy. Oder?“
Sie kam
sich ein wenig dumm vor so eine seltsame, aber dennoch banale Frage zu stellen,
doch nachdem was sie gesehen hatte, fühlte sie die Notwendigkeit dafür. Das
Lächeln auf den Lippen des Jungen wich einem sanftmütigen Gesichtsausdruck und
einem versicherndem Kopfnicken.
„Ja, ich
bin es. Mach dir keine Sorgen, wir haben diese Männer abgehängt.“
Er sah
wieder zu der Uhr hinüber.
„Wer
waren die?“, fragte Lorane schließlich. „Was wollten die von mir?“
Jetzt
setzte Jeremy eine nachdenkliche Miene auf, sein Lächeln war verschwunden und
er zögerte zunächst einen kurzen Augenblick.
„Ich kann
es dir sagen, aber-“ Er sah erneut zur Uhr. „Lorane, es wird gleich etwas mit
dir passieren.“
Er sah zu
ernst aus, als das Lorane überhaupt die Chance hatte danach zu fragen ob das
eine Art Scherz sei.
„Was
meinst du damit?“, fragte sie stattdessen und sah ihn leicht taxierend an.
Jeremy
schüttelte den Kopf. Es war einer der seltenen Momente, da er nicht wusste wie
er etwas erklären sollte. Als sein Blick zum dritten Mal zur Uhr wanderte, verfiel
er plötzlich in Nervosität und sagte hastig:
„Dein
fünfzehnter Geburtstag wird in wenigen Sekunden anbrechen und das ist nun mal
der Zeitpunkt für Leute wie uns. Ich erkläre dir gleich alles!“
Er sah
sie mit einem entschuldigenden Blick an, doch bevor Lorane fragen konnte, was
er mit seinen Worten meinte, sprangen die Zeiger auf Mitternacht.
Ein
warmes Gefühl breitete sich plötzlich in Loranes Brust aus, ganz anders als
das, was sie beim Anblick der Männer empfunden hatte. Es durchströmte ihren
gesamten Körper, glitt hinauf in ihren Kopf, so dass sie aus unerklärlichen
Gründen anfangen musste zu blinzeln, da ihre Augen tränten. Von ihrem Kopf
wanderte das Gefühl nach hinten in ihre Wirbelsäule und brach dort schließlich aus
ihrem Rücken heraus. Lorane konnte spüren, wie sich hinter ihr regelrecht etwas
aufzubauen schien, sich aber dabei dennoch weiterhin an ihr festhielt.
Es hatte
nur einige Sekunden gedauert, das wohlige Gefühl war verschwunden. Lorane hatte
nicht mal bemerkt, dass sie aufgestanden war und jetzt wieder vor ihr Jeremy in
ihr Sichtfeld fiel. Der ältere Junge sah sie mit leuchtenden Augen und einem offenstehenden
Mund an, doch er sah ihr nicht ins Gesicht. Er schien auf etwas hinter ihr zu
blicken. Lorane wandte den Kopf.
Hinter ihr thronten zwei majestätische Flügel
in schwarzer und tiefroter Farbe, die vor wenigen Augenblicken aus ihrem Körper
gekommen waren.
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